Debatte Ausbau des Bauhofs ist umstritten

JÜRGEN SCHÄFER 09.01.2018

„Viel zu viel“ ist Gemeinderat Bernhard Mürter eine halbe Million Euro für die Ertüchtigung und den Ausbau des Gammelshäuser Bauhofs. Er will es bei der Sanierung des Altbaus für 100 000 Euro belassen. Die 300 000 für einen Neubau und 100 000 für die dann notwendige Verlegung der Straße lehnt er ab. Auch wenn man 340 000 Euro Zuschüsse bekomme. „Das sind auch Steuergelder.“ Das Geld solle man lieber auf die hohe Kante legen. „Für die Feuerwehr, für die Wasserleitungen.“

Mürter stimmte folglich gegen den Haushaltplan in der vorgeschlagenen Fassung. Hans Hohlbauch ebenso. Beide machten geltend: Man habe gesagt, mit den Bauplatzverkäufen am alten Wertstoffhof finanziere man die Bauhofpläne. Das sei aber nicht so, erklärte Hohlbauch. Bürgermeister Daniel Kohl wandte ein, dass man davon gar nicht so weit weg sei.

Neubau scheint unausweichlich

Nach der Sitzung stellte er sogar klar: Die 170 000 Euro, die Gammelshausen für den Bauhof aufbringen müsste, würden mehr als gedeckt von 235 000 Euro Einnahmen aus dem Verkauf der Bauplätze.

Kohl kam dem Standpunkt der beiden Räte entgegen: Man wolle versuchen, den Bauhofausbau zu optimieren. Dass am Ende vielleicht eine Variante 3 stehe. Die Zentralisierung bleibt für ihn aber das Ziel. „Ich will etwas bauen, das funktioniert.“ Die jetzigen im Ort verstreuten Bauhoflager produzierten unnötige Wege. Es gehe auch um eine Fahrzeughalle für zwei, drei Schlepper. „Wir kommen um einen Neubau nicht herum.“ Verbandskämmerer Michael Deiß schlug vor, den Zuschussantrag für den Bauhof auf alle Fälle zu stellen. „Dann kann man immer noch sagen: Specken wir ihn ab.“ Sein Hinweis: Der Bauhof sei auch insgesamt günstiger geworden, man habe Personal eingespart. Diese Linie wird nun eingeschlagen.

Die „kleine Lösung“ hat auch damit zu tun, dass Gammelshausen lieber einen gemeinsamen Bauhof mit Dürnau hätte. Nur waren die Interessen von beiden Seiten nicht vereinbar.

Hohlbauch lehnte den Haushalt auch aus anderen Gründen ab. Einmal mehr plädierte er dafür, angesichts von guten Zahlen die Grundsteuer B wieder zu senken. Der Schultes war dagegen. „Ja, wir haben ein Stück weit Luft. Aber der Haushalt ist auf Kante genäht.“ Eine Senkung werde die Gemeinde wieder einholen. „Das wäre ein Jojo-Effekt.“ Hohlbauch lehnt es sodann entschieden ab, dass der Kreis eine höhere Umlage fordere als nötig. So stellt es Kämmerer Deiß dar. Für Gammelshausens steigt die Abgabe an den Kreis wegen einer verbesserten Steuerkraft um fast 40 000 Euro. „Der Kreis spart Geld auf Kosten der Gemeinden“, kritisiert Hohlbauch. Er wundert sich, dass andere Gemeinden das hinnehmen.

Einen Vorbehalt mahnte Dr. Christoph Grünwald für die Beschaffung eines Feuerwehrfahrzeugs im nächsten Jahr an. Die ist in der Finanzplanung drin. Ein LF 10 soll das alte Löschfahrzeug ablösen. Grünwald will da keinen Selbstläufer. Man habe darüber noch gar nicht gesprochen. „Erst schauen, was können wir uns leisten“, mahnte er.