Adelberg Aus Prinzip für Austritt aus Genossenschaft

Adelberg / WERNER SCHMIDT 20.07.2016
Der Adelberger Gemeinderat hat aus Prinzip mehrheitlich für den Austritt aus der Bürgerenergiegenossenschaft Voralb-Schurwald gestimmt.

Es gibt einen ganz bestimmten Grund, warum der Adelberger Gemeinderat für den Austritt aus der Bürgerenergiegenossenschaft Voralb-Schurwald gestimmt hat. Hintergrund ist deren finanzielles Engagement für Windkraftanlagen: „Seit diesem Jahr hat sich die Genossenschaft dafür ausgesprochen, sich auch an Windkraftanlagen zu beteiligen“, begründete Bürgermeisterin Carmen Marquardt ihren Vorstoß. Die Gemeinde ist mehrheitlich gegen den Bau der Windräder rund um Adelberg. Allerdings könne man nicht ausschließen, dass die Genossenschaft sich womöglich auch für Projekte engagiere, gegen die sich andere Gemeinden aus guten, aber für Adelberg nicht überprüfbaren Gründen aussprächen. Daher wolle die Gemeinde sich gegenüber anderen Windparkprojekten neutral verhalten: „Das heißt jedoch, dass man die Beteiligung an der Bürgergenossenschaft kündigen sollte“, sagte Marquardt. Obwohl die Gemeinde nur einen Anteil im Wert von 100 Euro besitze. Justus Krawinkel sprach sich gegen den Ausstieg aus: „Adelbergs Beitrag ist ein Zeichen, die politisch beschlossene Energiewende mitzutragen.“

Bei dem zugrunde liegenden Windpark geht es um das Projekt „Länge“ in Hüfingen bei Donaueschingen. Der eingeladene Dieter Nemec, bei der Genossenschaft für die Technik zuständiger Vorstand, versuchte noch, das Ruder herumzureißen und die Gemeinderäte zu überzeugen. In „Länge“ seien die Windräder etwa eineinhalb Kilometer von den ersten Gebäuden entfernt, die Genossenschaft investiere hauptsächlich in Photovoltaik und nur in „überschaubarer Größe in Windenergie“. Und im Bereich um Adelberg habe man es abgelehnt, im als GP 03 bezeichneten Vorranggebiet bei Wangen zu investieren. „Dort sind die Windwerte nicht effektiv“, sagte Nemec.

Krawinkel unterstützte Nemec, indem darauf verwies, dass die Genossenschaft sich auch nicht beim umstrittenen Windkraftgebiet am Kaisersträßle engagiere: „So entsteht kein Konflikt.“ Aber weder er noch Nemec konnten sich durchsetzen: „Mir geht es ums Prinzip“, sagte Andreas Holzwarth. Wenn Adelberg die Rendite aus Windkraft abschöpfe, sei dies öffentlich nicht vertretbar. Unterstützt wurde er dabei von Alexander Hees und Andreas Weber.