Böhmenkirch AUS DEM KINDERGARTEN

Der Böhmenkircher Kindergarten Sankt Hippolyt zu Besuch im Archäopark Vogelherd. Die stilgerecht eingekleideten Vorschüler hatten sich in den vorangegangenen Wochen intensiv mit dem Thema Steinzeit befasst.
Der Böhmenkircher Kindergarten Sankt Hippolyt zu Besuch im Archäopark Vogelherd. Die stilgerecht eingekleideten Vorschüler hatten sich in den vorangegangenen Wochen intensiv mit dem Thema Steinzeit befasst. © Foto: Claudia Schauer-Pretsch
Böhmenkirch / CLAUDIA SCHAUER-PRETSCH 10.07.2014

Ausflug in den Archäopark

Zu einem der schönsten und spannendsten Erlebnisse ihres letzten Kindergartenjahres wurde für die Vorschüler des Kindergartens Sankt Hippolyt in Böhmenkirch der Ausflug in den Archäopark bei Stetten im Lonetal. In den Wochen zuvor war die Steinzeit Thema im Kindergarten.

Im Park, der im Mai vergangenen Jahres eröffnet wurde, kann man sich auf eine Zeitreise begeben und an den verschiedenen Themenstationen auf dem Rundweg das Leben der Menschen vor 40 000 Jahren nachempfinden. Dieser Weg führt über die Vogelherdhöhle zum Raum der Stille, der letzten Station.

Empfangen wurden die Kinder von ihrem Archäo-Guide Manfred Bott, der ihnen zunächst die Tiere vorstellte, die in der Eiszeit im Lonetal lebten. An der zweiten Station durften die Vorschüler Kleidungsstücke aus Rentierfell anprobieren. Da es damals kälter war als heute, trugen die Menschen warme Kleidung aus Fell und Leder.

Zu den Tieren, die gejagt wurden, gehörten Rentiere, Bisons, Riesenhirsche, Wollnashörner und natürlich Mammuts. Wie wurden sie gejagt? Mit Speeren oder Speerschleudern. Alle Buben und Mädchen versuchten nun an der nächsten Station die aufgestellten Wollnashörner mit einem Speer zu treffen - was aber leider keinem gelang.

An weiteren Stationen stellte Manfred Bott den Kindern Speerspitzen, Harpunen und Werkzeuge vor. So zeigte er ihnen Faustkeile, Schaber, Ahlen und Nadeln. All das wurde in der Steinzeit für die Herstellung der Kleidung benötigt. Entlang dem Weg zur Höhle ziehen sich die Fußspuren verschiedener Tiere. Wer möchte, kann sogar Höhlenbär oder Höhlenlöwe riechen und hören.

Vor der Vogelherdhöhle erfuhren die Kinder von den Funden. Sie gehören zu den ältesten Kunstwerken der Menschheit. Darunter sind das berühmte Pferdchen und ein Mammut, das erst vor wenigen Jahren im Abraum der Höhle entdeckt wurde. Beide Figuren sind aus Mammutelfenbein geschnitzt und nur wenige Zentimeter groß.

Die Menschen der Eiszeit waren Nomaden und lebten nur zeitweise in den Höhlen. Sie folgten ihrer bevorzugten Beute, den Rentieren, und lebten dann in Zelten. Die Nachbildung eines solchen Zeltes steht im Park. Im Zelt entfachte Manfred Bott mit Zunderpilz, Feuerstein und Heu ein Feuer.

Auch Musikinstrumente gab es in der Steinzeit schon, darunter Trommeln, Schwirrhölzer und sogar Flöten. Die älteste wurde aus einem Geierknochen gefertigt.

An der vorletzten Station wurden die Kinder selbst zu Archäologen. Sie durften in eingeteilten Planquadraten mit Schaufeln graben. Ausgegraben wurden Teile von Skeletten, Gegenstände aus Elfenbein und Muschelschalen.

Im Raum der Stille schließlich sind nur zwei Originalfunde aus der Vogelherdhöhle zu sehen. Darunter das vollständig erhaltene kleine Mammut. Wie es geschnitzt wurde, zeigte ein Film, der an die Wand projiziert wurde. Als Dankeschön sangen die Vorschüler für Manfred Bott das Lied "Wir haben gejagt ein großes Tier".