Mehrere deutschland- und europaweite Alleinstellungsmerkmale unterstreichen die Einzigartigkeit der Süßener Firma e361Grad. Das Leben einer Brückentechnologie ist kurz aber intensiv. Was auf und an den Straßen so noch nicht unbedingt spür- und sichtbar ist, zeigt sich bei einem Besuch des jungen Unternehmens in beeindruckender Weise.

Das im Mai gegründete Unternehmen, welches alle Dienstleistungen rund um die Infrastruktur für Elektromobilität anbietet, verzeichnet ein rasantes Wachstum und plant bereits weitere drei Standorte in Deutschland, ein „Teppich aus Mitarbeitern“ soll gelegt werden“. Langfristig” solle auch das benachbarte Ausland folgen, Österreich und die Schweiz, sagt e361Grad-Gründer Sebastian Pascal Scheffel. Langfristig heißt 2021. Nachvollziehbar wird dieses seltsam anmutende Zeitverständnis, wenn man sich vor Augen hält, dass sich die Mitarbeiterzahl in dem Vierteljahr seit Unternehmensgründung von 6 auf 11 quasi verdoppelt hat. Hervorgegangen ist die Firma aus der Abteilung einer Elektrotechnikfirma im Kreis. Bislang sei es kein Problem gewesen, weitere Mitarbeiter zu gewinnen, da es sich um ein interessantes Feld mit hohem Zukunftspotential handle, berichtet Scheffel. Für das kommende Jahr benötige die Firma angesichts großer Aufträge allerdings weiteres Personal. Der 35-Jährige sagt: „Wir suchen Elektroinstallateure, die mehr wollen als Anschlüsse machen.“ Im Unternehmen selbst erfolge  die rund einjährige Weiterbildung zum E-Mobility-Spezialisten. In Zusammenarbeit und Abstimmung mit der Innung, da es sich noch nicht um einen Ausbildungsberuf handle.

Interessant ist das Angebot nicht nur für Mitarbeiter, sondern auch für Kunden. Neben wenigen Privatkunden sind es vor allem große Unternehmen wie der Maschinenhersteller Trumpf in Ditzingen und die öffentliche Hand, die das Komplett-Angebot der Süßener schätzt. Auch vor Ort ist e361Grad willkommener Geschäftspartner mit Strahkraft: „Die Stadt Süßen bietet einen vollelektrischen Carsharing-Servie, der mittlerweile auch in weiteren Kommunen im Landkreis Göppingen genutzt wird. Im Hinblick darauf ist es erfreulich, mit der e361 GmbH einen kompetenten Ansprechpartner in dieser Sparte vor Ort zu haben”, sagt Süßenes Bürgermeister Marc Kersting.

Vom Pre-Check über die Planung und Installation der Ladevorrichtungen bis zur Instandhaltung und Wartung erledigen die Süßener alles, ganz nach Wünschen des Kunden. Auch das Abrechnungssystem ist bei e361Grad buchbar. Das schätzen viele Kunden, darunter etliche Flughäfen wie der in München. Durch ein deutschlandweit dicht geknüpftes Netz an Partnerunternehmen erhalten Kunden bei e361Grad alles, was nötig und gewünscht ist, auch den Tief- sowie Garten- und Landschaftsbau. Auf das Konto der jungen Firma geht daher bereits heute der modernste und größte Elektroladepark in Europa, der zugleich der erste und bislang einzige eichrechtskonforme seiner Art in Deutschland ist.

Am Standort Süßen hängen Herz und Verstand von Scheffel. Es sei seine Heimatstadt, auch wenn er inzwischen in einer Nachbargemeinde zuhause ist. Zudem konnte er ein funkelnagelneues Gebäude unweit der neuen Kultur-und Sporthalle mieten. Das Verhältnis zur Stadt sei super, schwärmt Scheffel. Es beruht auf Gegenseitigkeit: „Gerade auch für Start-Ups wie die e361 GmbH wollen wir als Wohlfühlstadt Süßen beste Voraussetzungen bieten“, bestätigt der Rathauschef. Als ehemaliger Wirtschaftsförderer der Stadt Calw liege ihm diese Aufgabe sehr am Herzen. Auf eine gute Zusammenarbeit mit ansässigen Unternehmen lege man großen Wert. „Mit Herrn Scheffel und seinem Team funktioniert es bestens. Wir freuen uns auf die Zukunft und die Aufgaben, die sie mit sich bringt“, so der Bürgermeister

Eine dieser Aufgaben ist die Platzfrage, die schon gelöst scheint. Ausweich- beziehungsweise Erweiterungsraum gebe es in Süßen, verrät Scheffel. Denn inzwischen stoßen die E-Mobilität-Spezialisten fast schon an ihre Grenzen. Trotz immer weiterer Anmietungen wurde der Raum nun nach einigen Wochen – man nennt es in der Branche wohl mittelfristig – knapp.