Gingen Auf High-Power umgeschaltet

Die Band Timeless (Jochen Weller, links, und Jürgen Rothfuß) spielte in Gingen vor vollem Haus.
Die Band Timeless (Jochen Weller, links, und Jürgen Rothfuß) spielte in Gingen vor vollem Haus. © Foto: Konstantin Heidemann
Gingen / Konstantin Heidemann 14.03.2018
Erst Verwirrung um die Konzertstätte, dann volles Haus und super Stimmung: Timeless geben in Gingen alles.

Ein „e“ zuviel hat bei der Ankündigung des Timeless-Konzerts am Wochenende für Aufregung gesorgt. Zuerst hatte es deswegen nämlich geheißen, die lokale Band gastiere in Giengen/Brenz. Weil das „Manhattan“ in Gingen/Fils bisher als Konzertstätte für Live-Musik nicht in Erscheinung getreten war, wurde sie kurzerhand nach Giengen bei Heidenheim verlegt. Aber im Zeitalter moderner Kommunikation war erstens der Fehler schnell entdeckt und festgestellt worden, dass es auf der Alb überhaupt keine Musikkneipe gibt, die so heißt. So konnte man zweitens am Konzerttag mit korrigierten Angaben dann doch nach Gingen/Fils laden.

Hin und Her sorgt für Werbung

Einen positiven Aspekt hatte die  Verwechslung dann doch: Das ganze Hin und Her wurde zur Promotion für die Gitarrenrocker von „Timeless“, und am Ende war im Gingener „Manhattan“ alles bis zum letzten Sitzplatz voll belegt. Da war die Motivation der Gitarrenrocker selbstverständlich riesengroß, was sich in ihrem Vollgas-Programm prompt auswirkte.

Schon beim Opener-Song, hieß es Feuer frei und keine Gnade auf der kleinen „Manhattan“-Bühne. Mit unbändiger Spielfreude powerten die Jungs erst mal altbekannte Timeless-Klassiker wie „Road of Sorrow“, When do you Cry“ oder „Couloured“ auf die  große Fangemeinde ab. „Couloured“ was so viel wie Farbiger bedeutet, knackte in Gingen auch noch den letzten Zuhörer. Danach konnte keiner mehr still sitzen oder stehen. Bei dieser wahnsinnig groovigen Nummer, ganz im Stil von Chuck Berry, muss man einfach mitschwingen. Wüsste man es nicht besser, glaubte man kaum, dass dieser Song nicht von der Rock’n’-Roll-Legende persönlich ist, sondern aus der Feder von Songwriter Jürgen Rothfuß stammt.

Erlebnisse aus dem Leben

Die Songtexte von Timeless erzählen authentische Erlebnisse mitten aus dem Leben. Mit einem selbst kreierten „Summertime Blues“ in verrückt-verrockter Version, verabschiedeten sich die Vollblutrocker aus dem ersten Set und kassierten erst mal mächtig Applaus.

Eine wahre „Revolution“ zettelten sie zu ihrem  gleichnamigen Titel in Runde zwei an, und die läuft gleich wieder wie geschmiert und unter großer Fan-Präsenz. Lodernde Bass-Rhythmen von Jochen Weller, gespickt mit krachenden Gitarrenriffs von Jürgen Rothfuß und dann noch die gewaltige Drum-Power von Andreas Mayer ließ es sofort wieder brennen.

Nach zwei etwas dezenteren Eigenkompositionen legten die Musiker den High-Power-Schalter schlagartig wieder um. Ihr Song „Rock’n’Roll infected me“ berichtet schwungvoll von Kreativität, geilem Rocksound und einfach dem alltäglichen Rock’n’Roller-Leben, was die Stimmung in der Musikkneipe stetig oben hielt.

Als Rothfuß das nahende Konzert­ende andeutete, schnellte der Geräuschpegel unvermittelt hoch – denn gehen wollte noch keiner. Lautstarke Zugaberufe machten die Lokalrunde und die Party-Gäste forderten weiter. Nach drei Zusatzsongs ist endgültig Schluss, das Stimmungsbarometer geplatzt und ein bombastisches Rock-Konzert zu Ende gegangen.

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