Während für den sogenannten kleinen Fahrplanwechsel am Pfingstsonntag, dem 9. Juni, die beiden Eisenbahnunternehmen Abellio und Go-Ahead auf den ersten Strecken in Baden-Württemberg ihren Regelbetrieb ankündigen, müssen sich die Fahrgäste auf der Filstalbahn noch bis Dezember gedulden. Zwischen Stuttgart und Ulm werden die neuen Züge unter Regie von Go-Ahead – wie geplant – erst ab Dezember rollen, teilte das Unternehmen jetzt mit.

Erste Strecken werden ab Pfingssonntag bedient

Die ersten Strecken die von Go-Ahead ab Pfingstsonntag bedient werden, sind die Verbindungen zwischen Crailsheim, Aalen und Stuttgart sowie zwischen Aalen, Stuttgart, Pforzheim und Karlsruhe. Damit der Übergang des Regelbetriebs von der Deutschen Bahn zum neuen Anbieter möglichst reibungslos über die Bühne geht, hatten DB-Regio und Go-Ahead bereits im Februar einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Diese auf drei Jahre festgelegte wechselseitige Vereinbarung der beiden Eisenbahnverkehrsunternehmen sieht vor, dass die DB Regio bei Bedarf Lokführer bei Go-Ahead einsetzt (wir berichteten). Dem Unternehmen mangele es nämlich noch an Personal, weiß GZ-Eisenbahnexperte Korbinian Fleischer. Go-Ahead Pressesprecher Erik Bethkenhagen relativiert das. Insgesamt brauche das Unternehmen 170 Lokführer, aber für den Start an Pfingsten sei das notwendige Personal vorhanden. Wie viele Lokführer bis Dezember noch angeworben werden müssen, um dann auch auf der Filsbahn reibungslos starten zu können, dazu will er keine Angaben machen. „Wir gehen aber davon aus, dass es auf der Filsbahn im Dezember einen reibungslosen Start geben wird“, sagt Bethkenhaken auf Anfrage unserer Zeitung.

Auch was den Fahrzeugbestand angeht, zeigt sich der Go-Ahead-Sprecher zuversichtlich. Während das andere im Lande neu startende Eisenbahnunternehmen Abellio mit Lieferschwierigkeiten bei Zuggarnituren kämpft, seien die benötigten elektrischen Flirt-Triebwagen des Schweizer Herstellers Stadler Pankow vorhanden, bestätigt Bethkenhaken. Go-Ahead hat für die betriebsnahe Instandhaltung der künftig 66 Fahrzeuge extra einen Wartungsstützpunkt in Essingen bei Aalen gebaut.

Mehr Komfort als bisher

Wenn die Züge dann im Dezember auch nach Göppingen, Geislingen und Ulm rollen, erwartet die Fahrgäste mehr Komfort als bislang in den Zügen der DB Regio. Kostenloses WLAN, Klimaanlage, großzügige Beinfreiheit, barrierefreier Zugang sowie Universaltoiletten, Steckdosen, Mehrzweckbereiche für Reisen mit Fahrrädern, Rollstühlen oder Kinderwagen sind einige der Vorzüge, mit der Go-Ahead Baden-Württemberg die drei- bis sechsteiligen Garnituren in schwarz-gelb-weißer Lackierung (Landesfarben) mit der Aufschrift „bwegt“ anpreist. 28 dieser Züge fahren am Pfingstsonntag, alle 66 sollen zum Fahrplanwechsel im Dezember rollen.

Verbesserte Verbindungen im Regelfahrplan

Auch verbesserte Verbindungen im Regelfahrplan werden angekündigt. „Auf den durch Stuttgart führenden Schienenstrecken wird das Angebot mit den vom Land bestellten Regionalzügen vom 9. Juni an deutlich ausgeweitet. Mit dem Wechsel verbessern sich schrittweise sowohl Takt als auch die vorhandenen Zugkapazitäten“, heißt es in einer Pressemitteilung von Go-Ahead.

Für das Angebot zeichnet aber zunächst das Land Baden-Württemberg verantwortlich, das das Angebot sozusagen einkauft. In Geislingen wird das neue Angebot dann ab Dezember Realität, dort wartet man schon dringend auf den Metropolexpress (MeX). Wie vielfach berichtet, soll dieser Zug aus Richtung Stuttgart nun doch schon ab Dezember im Halbstundentakt bis Geislingen fahren.

Info Go-Ahead Baden-Württemberg GmbH wurde im Februar 2017 als Tochterunternehmen der Go-Ahead Verkehrsgesellschaft Deutschland GmbH gegründet und hat ihren Sitz in Stuttgart. Die Go-Ahead Verkehrsgesellschaft Deutschland GmbH ist eine Tochter des britischen Unternehmens Go-Ahead, einem Anbieter von öffentlichem Nahverkehr mit Bus und Bahn.