Wiesensteig Auf den letzten Schneeresten ins Ziel

Ganz schön gefordert waren die Teilnehmer des Bergwacht-Nachtskirennens beim Aufstieg vom Schöntal hinauf zur Albhochfläche. Foto: Jürgen Wahr
Ganz schön gefordert waren die Teilnehmer des Bergwacht-Nachtskirennens beim Aufstieg vom Schöntal hinauf zur Albhochfläche. Foto: Jürgen Wahr
Wiesensteig / JÜRGEN WAHR 23.01.2012
Bei gerade noch ausreichenden Schneeverhältnissen ging das Nachtskirennen der Bergwacht in Wiesensteig über die Bühne. Für die Teilnehmer - ob Jung oder Alt - war es ein eindrucksvolles Erlebnis.

Als am Samstagabend um 18.50 Uhr das Startzeichen zum 3. Skitourenrennen gegeben wurde, hatte es zwar aufgehört zu regnen, doch die "weiße Pracht" schmolz zunehmend dahin. Mit hell leuchtenden Stirnlampen gingen 40 Läufer mit vollem Einsatz auf die Strecke.

Zunächst musste die Albhochfläche oberhalb der Bergwachtstation bei Wiesensteig erreicht werden. Hier blieb es den Teilnehmern überlassen, ob sie auf Tourenskiern oder ganz einfach zu Fuß auf dem zirka 3000 Meter langen Rundparcours unterwegs sein wollten.

Bei Temperaturen um die 8 Grad plus war auf der Albhochfläche Geschicklichkeit gefragt: Wer keine Strafrunden um den Ballwurfstand in Kauf nehmen wollte, musste mit Tennisbällen in doch relativ kleine Löcher einer Wand treffen. Jeder hatte nur drei Versuche.

Zuvor hatten auch die Kinder ihren Spaß. Für sie hatten sich die Organisatoren eine kurze Wettbewerbsstrecke ausgedacht, bei der zunächst ein Stück des Skihangs erklommen werden musste, bevor es von dort unter dem Applaus der Zuschauer in rasanter Fahrt mit Skiern oder Snowboard wieder zurück ins Ziel ging. Ein "besonderes Feeling" seis gewesen, auf dem nassen Schnee quasi "Wasserski zu fahren", meinte die achtjährige Ida Berner aus Holzhausen. Sie war unter den neun Kindern die Jüngste und hatte wie alle anderen sichtlich Spaß am Wettbewerb.

Auch die Mitglieder der Seniorennatursportgruppe des Deutschen Alpenvereins (SENASPO) waren um eine Erfahrung reicher, da eine Nachtwanderung mit Stirnlampe und Teleskopstöcken bislang nicht zu ihrem vielseitigen Sportangebot für jung gebliebene Ältere zählte. Der Aufstieg habe "zwar geschlaucht", aber unterm Strich habe das Ganze unter Wettbewerbsbedingungen doch Spaß gemacht, versicherte der 71-jährige Wilhelm Kellenbenz aus Süßen.

Bergwacht-Bereitschaftsleiter Peter Zennegg aus Wiesensteig hätte sich zwar mehr Teilnehmer an der Auftaktveranstaltung zum 75-jährigen Bestehen der Bergwacht Württemberg gewünscht, doch am Ende waren Zennegg und Rennleiter Markus Baumert sowie das gesamte Bergwacht-Team froh, dass es zumindest während des Rennens nicht regnete und die Läufer wenigstens hier trocken blieben.

Bei Glühwein, Kinderpunsch und deftiger Bratwurst in der Skihütte des Skilaufvereins Wiesensteig wurde nach dem Rennen noch bis in den späten Abend mit fetziger Musik gefeiert. Bei der Siegerehrung wurde Ernst Gerlach von der SENASPO-Gruppe des DAV besonderes Glück zuteil. Gerlach gewann bei der Verlosung den Sonderpreis: Einen Gutschein über zwei Über-nachtungen für zwei Personen in einem Hotel in Zermatt, der von der Air-Zermatt-Flugbereitschaft gestiftet worden war.

Die Sieger: Kinder (bis 14 Jahre) 1. Max Berner, TGV Holzhausen, Jg. 2001; 2. David Floridia, Bergwacht Geisl-Wies.; Jg. 1998; 3. Nik Müller, Bergwacht Geisl.-Wies.; Jg. 1999.

Sondergruppe SENASPO (ohne Ski): 1. Sepp Schonder (Jg. 1946), 32:41 Minuten; 2. Erika Nusser (Jg. 1955), 32:53 Min.; 3. Erich Nusser (Jg. 1951), 33:41 Min.

Senioren (ab Jg. 1961): 1. Fritz Gölz (Jg. 1961), BW Geisl.-Wies., 19:32 Min.; 2. Thomas Keck (Jg. 1959), BW Geisl.-Wies., 27:30 Min.; 3. Leo Rein (Jg. 1960), SENASPO, 34:29 Min.

Damen: 1. Ursula Rein (Jg. 1963), SENASPO, 34:31 Min.; 2. Barbara Baumeister (Jg. 1967), BW Geisl.-Wies., 37:08 Min.

Herren: 1. Uli Calmach (Jg. 1962), DAV Göppingen, 2. Timo Berner (Jg. 1973), TGV Holzhausen; 3. Sven Halm (Jg. 1969), BW Geisl.-Wies.

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