Ulm Audi und BMW fahren auf Ulm ab

Ulm / FRANK KÖNIG WILLI BÖHMER 06.10.2012
In der Ulmer Wissenschaftsstadt geht es Schlag auf Schlag: Nach dem Auto-Zulieferer Conti wollen sich dort nun auch BMW und Audi ansiedeln.

Der Münchner Automobilkonzern BMW Group hat die Eröffnung eines Standorts für Auto-Software-Entwicklung im Science Park II in Ulm inzwischen offiziell bestätigt. Außerdem wurde bekannt, dass Audi mit der Tochter E-Solutions ebenfalls eine Niederlassung in Ulm eröffnet. Sprecher Julio Schuback sagte, man werde zum 1. November einen Standort für Car-Infotainment mit 50 Mitarbeitern in Betrieb nehmen - "Perspektive über 100." An E-Solutions ist neben Audi die finnische Elektrobit beteiligt. Zu den Projekten des Unternehmens mit etwa 200 Mitarbeitern zählen die neue Navigation für den Audi A 3 und die Anwendung eines verbesserten Intel-Chips im A 8.

BMW ist in Ulm schon etwas weiter und seit Monatsbeginn Mieter im Passivhaus Energon. Es handelt sich um eine Niederlassung der Tochterfirma BMW Car IT mit zunächst 60 Mitarbeitern. In der Konzernzentrale bestätigte eine Sprecherin, dass die neuen Beschäftigten "fast alle von Nokia" stammen. Es gebe Pläne, den Standort in Ulm in Zukunft weiter auszubauen. Ausschlaggebend dafür sei die Nähe zu Hochschulen und dass es in Ulm Software-Experten und Informatiker gibt. Zum Jahresende schließt Nokia seinen dortigen Standort. Damit verlieren 730 auf Handykommunikation spezialisierte Ingenieure ihren Arbeitsplatz. Wie Nokia mitteilte, gab es für diese Experten aber schon rund 1000 Stellenangebote.

Bei der BMW Car IT handelte es sich nach den Worten der Konzernsprecherin anfangs um ein kreatives Team (Think Tank), das Ideen für die Ausstattung von Fahrzeugen mit Kommunikationstechnologie entwickelte. Inzwischen gehe es um konkrete Anwendungen für Serienfahrzeuge. Die Car IT beschäftigte bisher 50 Mitarbeiter in München.

Der Standort Ulm wird als Betriebsstätte geführt. Schwerpunkt ist die Entwicklung von Software für die Fahrzeugvernetzung, die nach Angaben von BMW eine immer wichtigere Rolle in den Autos spielt. Das Ganze soll ein Infotainment-Erlebnis beim Fahren vermitteln, also Information und Unterhaltung gleichermaßen. Im Vordergrund stehen Apps für Smartphones, Notruf-Funktionen, Navigation, Sprachverarbeitung sowie Displays, bei denen Informationen auf die Windschutzscheibe projiziert werden.

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