Jogger müssen selbst bei arktischen Kältegraden, wie sie derzeit herrschen, nicht auf ihr Hobby verzichten. Im Gegenteil: "Kalte Luft ist gut für den Körper, denn sie härtet ihn ab", versichert zum Beispiel Martina Fuchs.

Die 43-jährige Stubersheimerin kennt sich aus. Vor zwölf Jahren ist sie das erste Mal in ihrem Leben bewusst gejoggt - und seitdem hat sie die Lust am Laufen nicht mehr losgelassen. Inzwischen hat die gelernte Kinderkrankenschwester ihr Hobby zum Beruf gemacht und im Revitalzentrum Kaemper in Amstetten ein Laufsportfachgeschäft eingerichtet. Vor dem Start in die Kälte, sollte man allerdings einige Regeln beachten, rät die Expertin.

Am wichtigsten: die richtige Kleidung. Hier empfiehlt Fuchs das bekannte "Zwiebelprinzip": (Ski)-Unterwäsche, Langarmshirt und drüber eine möglichst winddichte Jacke (zum Beispiel Softshell). Alle "Lagen" sollten aus "Funktionsmaterial" sein: "Das transportiert den Schweiß vom Körper weg und saugt sich nicht voll wie Baumwolle."

Ganz wichtig: Hals, Kopf und Ohren schützen. Auf den Kopf gehören Mütze oder Stirnband, die gleichzeitig die Ohren abdecken. Für den Hals eignen sich Schlauchbänder, die man auch über den Mund ziehen kann, wenn die Luft zu kalt ist.

Sollten die Lungen dennoch schmerzen, das Lauftempo drosseln: Durch die niedrigere Atemfrequenz muss der Körper auch weniger Luftvolumen erwärmen.

Bei trockener Kälte das Gesicht eincremen. Keine Feuchtigkeitscreme benutzen, sie gefriert auf der Haut.

Die Wahl der Hose ist für Fuchs Geschmacksache: Da sei der eigene Körper der beste Ratgeber - immer nach dem Prinzip: "Frieren darfs mich, aber nicht zu arg." Wobei die Marathonläuferin davor warnt, sich zu warm einzupacken: "Dann staut sich die Hitze unter der Kleidung."

Bei Eis und Schnee unbedingt das passende Schuhwerk anziehen. "Trailschuhe" geben hier mehr Halt als Turnschuhe mit glatter Sohle. Walkern empfiehlt Fuchs unterschnallbare Spikes, die es überall für ein paar Euro zu kaufen gibt.

Da es im Winter früher dunkel wird, sollten Jogger und Walker auch darauf achten, dass sie selbst noch sehen - und natürlich auch gesehen werden. Stirnlampe und Reflektorbänder sind hier hilfreich.

Als allgemeine Lauftipps gibt die Laufberaterin allen Joggern auf den Weg: immer langsam anfangen und das Tempo erst steigern, wenn sich der Körper an die Belastung angepasst hat. Danach im "Wohlfühltempo" bleiben: Man sollte sich immer noch mit dem Laufpartner unterhalten können, ohne aus der Puste zu kommen. Dehnübungen erst nach dem Lauf machen, weil sich kalte Muskeln schneller verletzen. Durch die Dehnung entspannen sich die kontrahierten Muskeln wieder. Dadurch werden auch Stoffwechsel-Endprodukte besser abtransportiert - und der Muskelkater später weniger schlimm.

Diese Tipps gelten übrigens nicht nur sportlichen Zeitgenossen: Im Winter rät Martina Fuchs grundsätzlich allen: "Raus aus dem Haus! Vor allem wenn die Sonne scheint." Die kalte Luft draußen ist viel gesünder als die trockene Heizungsluft zuhause. Außerdem wird beim "Sonne tanken" die Produktion von Serotonin und Vitamin D im Körper angeregt. Das auch als "Glückshormon" bekannte Serotonin sorgt für gute Laune, Vitamin D für stabile Knochen.