Zirkus Maroni wirbelt durch die Welt

Bad Boll / Sabine Ackermann 10.10.2018
Der Kinder- und Jugendzirkus Maroni hat sich mit seiner musikalischen und akrobatischen Weltreise wieder allerhand einfallen lassen.

Das Maroni-Zelt ist brechend voll. Das Lied aus der Muppet-Show sorgt wie die übrigen Titel der Zirkusband für beste Laune. Ausgebufft sind die neun Musiker auch noch: Unter der Leitung von Markus Bader spielen sie ihre Zugabe gleich zu Beginn – insofern starten die Maronellis und Maronis zu ihrer Weltreise mit 20-minütiger Verspätung.

Fit in allen Disziplinen wie die „Großen“, fungieren die zehn- bis zwölfjährigen Nachwuchsartisten als erster Appetitanreger. Als Clowns sorgen sie mit Pois, Diabolos und Akrobatik-Nummern für Beifall. Und mit diesem geizt das Publikum genau so wenig wie mit Jubelrufen – schön, dass die Zuschauer in den gesamten 132 Minuten diese Leistung wertzuschätzen wussten. Dann ertönt plötzlich verzweifeltes Schluchzen: „Bääähhh, mir wurde gekündigt!“, heult sich ein Mädchen bei ihrem Freund aus. Zum Song „I feel good“ muss dieser nicht lange überlegen: „Ich hab’s, wir gründen einen eigenen Zirkus!“

Gesagt, getan – auf nach Indien. Dort fahren sie auf „Rikscha-Einrädern“ Marke Eigenbau vorbei an einer Kuh und genießen ihre Entdeckungstour, bis sie dann in Mexiko sehr einfallsreiche Auswanderer erleben. Mit kühnen Sprüngen geht es auf dem Trampolin über die Mauer und für Donald Trump – die Maske seines Konterfeis sorgt für Erheiterung – in den Knast.

Angekommen in Paris, treffen die Reisenden auf eine coole Gruppe Jongleure, die vor Freude über den Besuch eine Menge an Ringen in den Farben der Trikolore in die Luft werfen und wieder auffangen. Haben die eigentlich mehr Hände als wir, scheint sich das Publikum anhand dieser Perfektion zu fragen.

Im brasilianischen Dschungel

Angesichts der Reiseroute in unterschiedliche Länder wird klar, die Maronis scheuen die Struktur, fahren kreuz und quer  über den Erdball und machen Station, dort wo es ihnen gerade gefällt. Zum Beispiel im brasilianischen Dschungel. Nein, nicht im bekannten TV-Camp, denn da gibt es nur Krabbeltiere und keine Lia­nen. Immer wieder für Schrecksekunden sorgen die verschlungenen Übungen am Vertikaltuch, grazile Tänzerinnen, die keine Angst vor mehr oder weniger freiem Fall kennen – kein Wunder, dass man hier und da ein Raunen hört. Giesela Stegmaier aus Süßen ist ganz begeistert: „Der Wahnsinn, was die jungen Mädchen da zeigen, allen Akrobaten gebührt mein größter Respekt.“

Als Gipfelstürmer auf freistehenden Leitern outen sich die Schweizer, und in Russland freundet sich die Reisegruppe mit den Meistern des Diabolos an. Es sind nicht nur die akrobatischen Kunststücke, die gefallen, auch bei den Kostümen und Requisiten wird viel Liebe und Können reingesteckt. Eine ehrenamtliche Leistung, die den zahlreichen Eltern und Freunden geschuldet ist. Ohne deren unermüdliches Mitwirken wäre eine solche Zirkusshow gar nicht möglich.

Kleine Einlagen wie der Kampf der Soldaten, der dann gegen Ende im lustigen Tanz „Gangnam Style“ endet, tragen zum weiteren Vergnügen der Zuschauer bei.

Geldsegen in Las Vegas

Mittlerweile wird bei den Maronis das Geld knapp, aber wie der Zufall so will, landen sie in Las Vegas. Nach ihrem Gewinn im Casino treffen sie auf eine talentierte Trapezgruppe und machen Bekanntschaft mit sportlichen Chinesen, die, egal ob mit oder ohne Handikap, zu begeistern wissen. Und wie fast überall wird’s am Schluss so richtig heiß. Bei Stammesfeierlichkeiten in Afrika zelebrieren die Maronis eine Feuershow, deren Choreografie nicht nur Bürgermeister Hans-Rudi Bührle in Staunen versetzt.

Auch Dirk Schäfer aus Bad Boll zeigt sich von der Präsentation der jungen Zirkuskünstler und vom pädagogischen Konzept hellauf begeistert, gibt aber dennoch zu bedenken: „Man sollte im Zelt einen Fluchtweg freihalten, sicher ist sicher.“

Zirkus und Benefizabend am Schulzentrum

Letzte Karten Die letzte Vorstellung, für die es noch Karten gibt, ist am Samstag, 13. Oktober, um 19 Uhr. Benefiz im Zirkuszelt: Bereits am Donnerstag, 11. Oktober, findet die Jubiläumsveranstaltung der Bücherei Bad Boll, ein Benefizabend zugunsten der Landschule Bad Boll-Eckwälden, statt. Mit „Der Löwe lacht“ kommen um 16 Uhr beim Liederzirkus die Jüngsten auf ihre Kosten. Am Abend verrät dann Christof Altmann mit Band „I möcht’ so gern a Maultasch sei…2.0“. Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr (Einlass bereits ab 19.30 Uhr).

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