Kreis Göppingen Asylversorgung im Voralbgebiet bessert sich

Kreis Göppingen / JÜRGEN SCHÄFER 28.10.2014
Bei der Flüchtlingsaufnahme im Voralbgebiet tut sich einiges. Bad Boll und Zell können Quartiere bieten, Gammelshausen hat eines in Aussicht.

Von Null auf 16 schnellt das Angebot aus Bad Boll hoch: Soviele Asylbewerber können jetzt in einem Gebäude untergebracht werden, das ein Privatmann zur Verfügung stellt. Das hatte einen längeren Vorlauf. Die Räumlichkeiten mussten auf Eignung überprüft und je nachdem verändert werden. Und zuvor war die Gemeinde selbst mit dem Landratsamt in Verhandlungen wegen eines anderen Gebäudes, das die Gemeinde für Obdachlosenzwecke angemietet hatte. Man hätte dort Flüchtlinge unterbringen können, Aber das Landratsamt verlangte Umbauten, und dazu war der Vermieter nicht bereit.

Jetzt wird dieses Haus aber doch eine Flüchtlingsunterkunft - und zwar für geduldete Asylbewerber, die der Gemeinde zugewiesen werden. Das ist eine Verpflichtung, die Bad Boll zu erfüllen hat. Ein Zugewiesener ist schon in diesem Haus, sieben weitere folgen demnächst, berichtet Bürgermeister Hans-Rudi Bührle. Möglich macht dies eine Übereinkunft mit dem Vermieter. Die Gemeinde wird die Räume herrichten und den Aufwand in einem längerfristigen Mietvertrag regeln. "Der Gemeinde entsteht dadurch kein Schaden", sagt Bührle. Heißt dann: In Bad Boll leben demnächst 24 Flüchtlinge.

Zell konnte sich bisher nur mit einem gemeindeeigenen Haus behelfen, das für soziale Härtefälle reserviert ist. Eine Wohnung für zwei bis drei Personen ist frei und hergerichtet worden, auf Anfang November waren der Gemeinde zwei Serben angekündigt. Das habe sich dann zerschlagen, berichtete Bürgermeister Werner Link im Gemeinderat. Was ihm zu denken gibt: "Ganz so dramatisch kanns nicht sein", und Serbien gelte ja auch als sicheres Herkunftsland. Ihn irritiert auch der Fall in einer Schurwaldgemeinde, dass ein Haus nicht geeignet sei, in dem vorher eine ältere Dame gewohnt hat. Zell hat nicht nur eine Wohnung frei: Es gebe jetzt auch ein Angebot von privater Seite, berichtet Link.

Der Gammelshäuser Gemeinderat wehrt sich gegen den Vorwurf, er habe für die Unterbringung von Flüchtlingen nichts getan. Vielmehr habe die Gemeinde dem Landratsamt schon im vergangenen Herbst ein gemeindeeigenes Haus an der Hauptstraße angeboten - "die einzige Möglichkeit, die wir haben", so Bürgermeister Daniel Kohl. Aber die Heizung sei als Problem gesehen worden, und seine Frage, was man tun könne, sei ohne Antwort geblieben. "Wir melden uns wieder", habe es geheißen. Das sei dann nicht geschehen.

Auf Vorschlag von Dr. Christoph Grünwald will der Schultes jetzt nachhaken, was in das Haus investieren werden müsste, und dann werde man sehen. Die Kosten dürften fünfstellig sein, mutmaßt Kohl. Mittlerweile sei eine Wohnung in dem Haus allerdings wegen eines Falles von drohender Obdachlosigkeit belegt. Es blieben nur zwei Zimmer für maximal drei Personen, "vielleicht für Eltern mit einem Baby", so Kohl.

Ganz aktuell hat der Schultes noch ein Angebot von privater Seite erhalten: eine große Wohnung für vier bis fünf Personen werde zur Verfügung gestellt. Klappt beides, hätte Gammelshausen sein Soll von vier bis sechs Personen locker erfüllt.

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