Besondere Bauten aus dem Landkreis stellt die örtliche Gruppe der Architektenkammer am Samstag auf einer kostenlosen Besichtigungstour vor. Auf dem Programm stehen vier Objekte, die wieder ein breites Spektrum an Bauaufgaben abdecken: Einfamilienwohnhaus, Mehrparteien-Wohnanlage, Kindergarten und Gemeindehaus.

„Wer baut, gestaltet ein Lebensumfeld für sich und auch für die Nachbarschaft“, teilt die Kammergruppe mit. Moderne Gebäude müssten sich flexibel an wandelnde Nutzerbedürfnisse anpassen können, die Gestaltung dürfe keinen kurzlebigen Moden unterliegen und neben den Erstellungskosten gelte es ebenso den langfristigen Unterhalt im Blick zu haben. Denn „Architektur bleibt“ – so lautet das bundesweite Motto des Aktionstags.

Wie das am konkreten Beispiel aussehen kann, erfahren die Teilnehmenden durch eine fachkundige Führung. Gemeinsam mit der Bauherrschaft stellen Architektinnen und Architekten ihre Gebäude vor, erklären Details wie Energieeffizienz, Grundriss oder Materialauswahl und beantworten Rückfragen. Die Teilnahme ist kostenlos. Da die Größe der Besichtigungsgruppe begrenzt ist, bedarf es einer Anmeldung bei der örtlichen Kammergruppe. Landesweit geht es bereits zum 23. Mal zu Fuß oder mit dem Bus auf Architektur-Erforschungstour.

Auf der Liste steht am Samstag unter anderem das neue evangelische Gemeindezentrum in Holzheim. Die Grundidee des neuen evangelischen Gemeindehauses basiere auf einem einfachen, schlichten Baukörper mit Satteldach, schreibt die Göppinger Kammergruppe zu diesem Bauwerk. Das Gebäude wurde parallel zur östlichen Grenze platziert und respektvoll von der St. Bernhardkirche abgerückt. Diese städtebauliche Lage erhalte in Teilen den schönen Ausblick zum Hohenstaufen bei gleichzeitigem Erkennen des Gemeindehauses aus der Pfarrsteige. Erschlossen wird das Gemeindehaus über einen neu zu gestaltenden Platz (bisheriger Parkplatz). Dieser Platz soll multifunktional nutzbar werden mit baurechtlich notwendigen Stellplätzen, als Festplatz beim Gemeindefest und als Begegnungsraum vor und nach dem Gottesdienst.

Der gesamte Baukörper entstand in Holzrahmenbauweise. Der nachhaltige Baustoff ermögliche einen hohen Dämmstandard und habe die Bauzeit verkürzt.

In Rechberghausen besuchen die Teilnehmer der Rundfahrt ein Einfamilienhaus mit vier Ebenen. Die Anzahl der Ebenen erscheine zunächst ungewöhnlich, gerade bei einem Neubau im ländlichen Raum. Das Bauen „in die Höhe“ biete aber unstrittig einige Vorteile, heißt es in der Pressemitteilung der Architektenkammer. Das vergleichsweise kleine Baugrundstück des Einfamilienhauses liegt in Hanglage direkt am Waldrand. Um bei einer verdichteten Wohnbebauung der Umgebung auch langfristig unverstellte Blickachsen in die reizvolle Landschaft zu gewährleisten, bot sich hier eine mehrgeschossige Lösung an.

Nach baurechtlicher Klärung entstand ein Gebäude, das in allen Belangen mit dem gültigen Bebauungsplan konform geht. Durch eine reduzierte Architektur und Fassadengestaltung besitzt das im Herbst 2014 fertiggestellte Haus eine eigene bauliche Ästhetik, die in ihrer Klarheit und Zurückhaltung die Individualität des Gebäudes weder versteckt noch durch aufgesetzte Details betont.

In Jebenhausen entstand ein barrierefreies Mehrfamilienhaus in einer ungewöhnlichen Baulücke mit einem schwierigen Grundstückszuschnitt. Ziel waren: moderne Architektur angepasst an die historische Umgebungsbebauung, Nachhaltigkeit, moderne Technik und mit einem guten Energiekonzept. Der Neubau passe sich hervorragend an die außergewöhnliche Form des Grundstücks an. Durch die Fassade, Form des Baukörpers und dem Dach, das durch seine steigenden und fallenden Traufen hervorsticht, teilt die Architektenkammer mit.

Die Wohnungen seien lichtdurchflutet mit großen bodentiefen Verglasungen. Dies schaffe Wohnqualität auf engem Raum. Das Gesamtgebäude mit seinen Nebenräumen und Stellplätzen im UG gibt einen attraktiven Beitrag zur Stadtgestaltung. Das Bauvorhaben wurde vom Gestaltungsausschuss der Stadt Göppingen als sehr positiv bewertet.

Noch wenige Plätze für Rundfahrt frei


Anmeldung Wer Interesse hat, am Samstag moderne Architektur kennenzulernen, kann sich zur Rundfahrt anmelden: Tel. (07161) 40231-10 oder E- Mail: kg-gp@akbw.de. Treffpunkt ist an der EWS-Arena, Parkplatz Nord (Lorcher Straße), Busabfahrt um 14 Uhr.