Die Angst vor einer Konjunkturdelle und die Unsicherheit der Arbeitnehmer wächst. Auch im Landkreis Göppingen stehen die Zeichen auf eine Abschwächung der Konjunktur. Nach dem großen Knall bei der WMF, die ihre Edelstahl-Kochgeschirr-Produktion in Geislingen einstellen wird, folgte am Montag die Hiobsbotschaft des Göppinger Pressenherstellers Schuler. Am Stammsitz Göppingen fallen 300 Stellen weg und die Produktion von Neumaschinen wird nach Erfurt verlagert.

Auch weitere Firmen im Kreis kündigten 2019 Stellenstreichungen, Kündigungen oder Umstrukturierungen an. Eine Übersicht der Einschnitte im Kreis Göppingen:

300 Mitarbeiter werden bei Südrad/Accuride entlassen

Vor etwa einem Jahr hatte der US-Mutterkonzern das frühere Südrad-Werk in Ebersbach übernommen. Jetzt gibt der Konzern das Werk auf und will bis Mitte 2020 alle 300 Mitarbeiter entlassen.

WMF: 150 Mitarbeiter von Umstrukturierung betroffen

Die WMF hat eine umfassende Umstrukturierung des Unternehmens angekündigt. Bis Ende 2020 soll die „defizitäre“ Fertigung von Edelstahl-Kochgeschirr in Geislingen eingestellt und an andere Standorte in Europa verlagert werden. Etwa 150 Mitarbeiter in Geislingen sind betroffen.

Schuler baut 300 Arbeitsplätze ab

Der Pressenhersteller Schuler baut 500 Arbeitsplätze ab – knapp 300 davon in Göppingen. Der Konzern reagiere damit auf den schwächelnden Automobilmarkt. Der Stellen-Abbau soll „relativ zügig“ beginnen und in den kommenden drei Jahren abgeschlossen sein. In Göppingen wird damit schon bald eine Ära enden, denn Schuler kündigte an, die Neumaschinen-Produktion in seinem Stammwerk komplett einzustellen. Das bedeutet: Über kurz oder lang werden in Göppingen keine Schuler-Pressen mehr hergestellt.

Bei Aqua Römer fallen 50 Arbeitsplätze weg

Der Standort in Jebenhausen soll aus wirtschaftlichen Gründen schließen, 50 Arbeitsplätze sollen wegfallen. Etwa 50 der 100 Mitarbeiter in Göppingen sollen mit ins 63 Kilometer entfernte Mainhardt gehen, wo momentan aufgrund höherer Umsätze Überstunden gefahren werden. Bisher arbeiten dort 100 Beschäftigte, wenn bis spätestens 2020 die Göppinger dazu kommen, sollen es 150 sein.

SAM: Beschäftigte zwischen Hoffen und Bangen

Zwischen Hoffen und Bangen schweben die rund 450 Beschäftigten bei Fysam (ehemals SAM automotive) in Böhmenkirch. Der neue Besitzer Fuyao will den Automobilzulieferer zum Marktführer für Aluzierleisten machen. Offen bleibt aber, mit wie vielen Mitarbeitern. 78 befristete Arbeitsverträge wurden bereits nicht verlängert. Betriebsweit sind 1450 Arbeitnehmer bei Fysam angestellt.

Böhmenkirch/Feldstetten