Ausstellung Arbeiten sind schön und doch grausam

Die Besucher lauschen der Künsterlin Parastou Forouhar.
Die Besucher lauschen der Künsterlin Parastou Forouhar. © Foto: Veranstalter
Göppingen / SWP 09.07.2018

Zunächst mussten in aller Eile noch zusätzliche Stühle organisiert werden, so groß war der Andrang in der Kunsthalle Göppingen, die am Donnerstagabend zum Gespräch mit der Konzeptkünstlerin Parastou Forouhar geladen hatte. Erst dann konnte es losgehen. Kuratorin Dr. Melanie Ardjah, die die Veranstaltung moderierte, legte den Fokus am Anfang auf ästhetische Aspekte. Es kam heraus, dass die Künstlerin den Ausstellungsraum, der ihr wie ein filigranes Pop-up aus Papier erscheint, ganz bewusst nicht mit dreidimensionalen Objekten hatte „zustellen“ wollen, um sich stattdessen auf zwei Werkgruppen zu konzentrieren: inszenierte Fotografie und digitale Grafiken.

In allen ihren Arbeiten gehe es ihr darum, so Parastou Forouhar, den Betrachtern ein Angebot zu machen, das sie dazu bringt, genauer hinzuschauen. Entsprechend schwanken etwa ihre Computergrafiken vexierbildartig hin und her zwischen Harmonie, wenn man auf Distanz bleibt, und Schrecken, wenn man näher herantritt und erkennt, dass sich zum Beispiel eine großformatige Schmetterlingstapete aus Folterszenen zusammensetzt.

Die Schönheit soll dabei kein „Trick“ sein, um das Publikum für sich einzunehmen, sondern gehört genauso zum Leben wie die Grausamkeit, welche die iranischstämmige Künstlerin in ihrem Herkunftsland oft schon selbst erleben musste. Die Frage, ob es schwer für sie sei, heute noch in den Iran zu reisen, um dort kulturell und politisch aktiv zu sein, bejaht sie, fügt jedoch hinzu, dass sie nicht bereit sei, sich die Stätten ihrer Kindheit nehmen zu lassen. Wichtig ist ihr aber auch Deutschland, wo sie zu der Künstlerin geworden sei, die sie heute ist.

Dass ihre Werke und Botschaften gut ankamen, belegte am Ende des Abends allein schon die Tatsache, dass der Stapel mit Exemplaren des druckfrisch erschienenen Werkkatalogs erheblich kleiner geworden war. Die Ausstellung ging am Sonntag zu Ende.

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