Baugebiet Anwohner sollen mitwirken

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Stefanie Schmidt 23.02.2017

Der Gemeinderat hat das Verfahren zur vierten Änderung des Bebauungsplan im Marrbacher Öschle eingeleitet.  Für die Bauabschnitte eins bis vier des Neubaugebiets wurde der Plan bereits 2013 im Areal entlang der Bahnhofstraße bis auf Höhe des Grundstücks Donzdorfer Straße 33 angepasst. Nördlich dieses Gebiets  gilt noch der Bebauungsplan aus dem Jahr 1983 – das soll sich nun ändern. Die Erschließungsanlagen seien verbesserungsfähig und entsprächen nicht mehr dem städtebaulichen Ziel der Gemeinde.

Die Änderung läuft im beschleunigten Verfahren ohne Umweltprüfung – eine frühzeitige Beteiligung der Anwohner wäre deshalb nicht zwingend. Bürgermeister Marius Hick (Bild) empfahl jedoch, auf keinen Fall darauf zu verzichten: Die Eigentümer im Plangebiet  sollen umfassend informiert und in den Prozess eingebunden werden. Die letzte Änderung des Bebauungsplan lief nicht ohne Konflikte ab: Zwei Anwohner hatten erfolglos eine Petition gegen den neuen Bebauungsplan eingereicht, es folgte eine Klage gegen das Umlegungsverfahren. Wegen eines Formfehlers der Verwaltung hatte diese Klage Erfolg. Im Dezember ordnete der Gemeinderat die Umlegung deshalb  erneut an.

Im Vorentwurf für die vierte Änderung des Bebauungsplans wird das Gebiet durch eine Ringstraße erschlossen. Dadurch würden 500 Quadratmeter an Fläche eingespart, erläuterte Steffen Blessing vom Planungsbüro m-quadrat. Nach dem alten Plan würden die Verkehrswege dagegen so manchem Anwohner „dicht auf die Pelle rücken.“

Obwohl der jetzige Vorschlag eine wesentliche Verbesserung darstelle, könne er nicht zustimmen, stellte Gemeinderat Wilhelm Preßmar klar. Die Grundstückseigentümer seien nie gehört worden, sondern immer nur als „die Bösen“ abgestempelt worden. Gegen diesen Vorwurf wehrte sich Hick vehement: Die Bereitschaft zu Gesprächen sei von Seiten der Verwaltung  immer da gewesen. „Aber was, wenn Anwohner die Beteiligung nicht wollen?“ Im Vorfeld der letzten Änderungen seien viele Stellungnahmen und Vorschläge von Bürgern eingegangen. „Wir unterhalten uns im Gremium über alles, was von den Anwohnern schriftlich eingebracht wird.“ Doch die letzte Entscheidung liege beim Gremium.

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