Krach Anwohner in Uhingen genervt von Aushub-Anreicherung

Auf diesem Gelände an der Uhinger Eisenbahnstraße wird Bauaushub einer nahegelegenen Straßenbaustelle aufbereitet - das lärmt manchmal.
Auf diesem Gelände an der Uhinger Eisenbahnstraße wird Bauaushub einer nahegelegenen Straßenbaustelle aufbereitet - das lärmt manchmal. © Foto: Giacinto Carlucci
Uhingen / DIRK HÜLSER 15.07.2014
Werden in Uhingen illegal und lautstark Steine zerkleinert? Das glaubt ein Anwohner, die Stadt weist dies zurück und hat eine Erklärung für den Krach. Der hänge mit der Aufbereitung von Erdaushub zusammen.

Ein Uhinger glaubt, der Stadt bei illegalen Aktivitäten auf die Schliche gekommen zu sein: Auf einem stadteigenen Gelände an der Eisenbahnstraße sei ein Zwischenlager für Erdaushub eingerichtet worden - und jetzt würden dort ausgebaggerte Steine "in einer speziellen Baggerschaufel zerkleinert". Der Mann fragt: "Kann sich jemand vorstellen, welcher Lärmbelästigung die Anwohner der östlichen Eisenbahnstraße und der südlichen Sachsen- und Alemannenstraße an jedem Werktag zwischen mindestens 7 und 17.30 Uhr ausgesetzt sind?" Er glaubt, die Stadtverwaltung könne es offensichtlich nicht.

"Ich frage mich, wie man auf eine solch glorreiche Idee überhaupt kommen konnte, ein solches lautstarkes Zwischenlager im Wohngebiet einzurichten", meint der Anwohner, der auch glaubt, dass die "zumutbaren Dezibelzahlen" weit überschritten seien.

Erdaushub wird mit Kalk angereichert

Eine Nachfrage beim Uhinger Bauamtsleiter Frank Hollatz bringt Klarheit - an der Eisenbahnstraße wurde keine Brecheranlage oder Ähnliches errichtet. Unweit des Zwischenlagerplatzes wird die Jahnstraße saniert, auch werden der Kanal und die Wasserleitung ausgebaut. Der Erdaushub wird auf das Gelände gebracht "und dort mit Kalk angereichert, dann ist er wieder verdichtungsfähig", erläutert Hollatz. Anschließend wird das Material dazu benutzt, den Straßenuntergrund wieder aufzufüllen. "Das ist sehr wirtschaftlich, denn man muss es nicht auf die Erddeponie fahren", meint der Amtsleiter.

Für den Lärm sind aber tatsächlich Steine verantwortlich: Die werden von der Erde getrennt und separat gelagert, in einer Trommel wird dann der Erde der Kalk beigemischt. "Das lässt sich sicher nicht vermeiden, dass da mal ein Stein reinkommt", sagt Hollatz. "Und das lässt sich leider nicht ohne Belästigung bewerkstelligen." Er rechnet damit, dass die Jahnstraße Ende September fertiggestellt ist. Je nach Wetterlage sollten die lärmintensiven Arbeiten auf dem Grundstück an der Eisenbahnstraße - bei dem es sich um ein Gewerbegebiet handelt, wie Hollatz betont - voraussichtlich Ende August abgeschlossen sein.