Windkraft Anträge nach Windkraft-Erörterung werden geprüft

Schorndorf-Unterberken / Kristina Betz 21.03.2017

Nach der öffentlichen Erörterungsveranstaltung in Oberberken vergangene Woche liegen dem zuständigen Landratsamt des Rems-Murr-Kreises zahlreiche Anträge vor.

Bereits im Vorfeld der Veranstaltung waren mehr als 1000 Einwendungen im Genehmigungsverfahren zum Windpark GP-03 beim Landratsamt Rems-Murr eingegangen. Beim geplanten Windpark handelt es sich um vier Anlagen auf dem ehemaligen Bundeswehrdepot. Drei liegen auf der Gemarkung Schorndorf-Unterberken, eine auf der Gemarkung Wangen. „Wir befinden uns derzeit in der Prüfung der Anträge“, berichtet die Pressestelle des Landratsamt Rems-Murr über den Stand der Aufarbeitung der Windkraft-Erörterung.

In der zweitägigen und 17-stündigen Erörterung wurde unter anderem über Natur- und Landschaftsschutz, Denkmalschutz, Wind, Schall, Lichteffekte oder Wasserschutz gesprochen. Unter den zehn Tagesordnungspunkten war auch die Erörterung des Natur- und Artenschutzes.

Der Verein Lebensraum Östlicher Schurwald hatte zwei Anwälte beauftragt. Diese wiesen beim Artenschutz auf formale und methodische Fehler im Artenschutzgutachten der Antragsteller hin. So hätten zu wenige und nicht dokumentierte Begehungen stattgefunden, es seien falsche, wechselnde und nicht dokumentierte Beobachtungsstandorte gewählt worden, es würden Arten wie Wespenbussard, Schwarzstorch und Baumfalke im Gutachten fehlen, außerdem seien die Ergebnisse des  Fledermausgutachtens falsch und unvollständig, so die Anwälte.

Der Verein Lebensraum Östlicher Schurwald gab deshalb ein neues Artenschutzgutachten in Auftrag und verlangt von der Behörde, dass dieses in das Genehmigungsverfahren aufgenommen wird.

Ein weiteres Aufreger-Thema der Erörterungsveranstaltung waren die Fotomontagen in den Visualisierungen, die den Antragsunterlagen beilagen. Sowohl der Verein als auch Adelbergs Bürgermeisterin Carmen Marquardt beanstandeten die Fotos, auf denen die 207 Meter großen ­Windräder winzig klein wirken würden.

„Diese Visualisierungen sind dafür geeignet, in die Irre zu führen und die Mächtigkeit der geplanten 207 Meter hohen Windkraftanlagen zu verharmlosen“, heißt es in einem Schreiben des Vereins.

An das Landratsamt Rems-Murr-Kreis wurde der Antrag gestellt, dass neue Visualisierungen vorgelegt werden.

Dieser sowie die weiteren Anträge werden derzeit durch das Umweltschutzamt sowie weitere Behörden des Landratsamt Rems-Murr-Kreis sowie das Landratsamt Göppingen aufgearbeitet und geprüft. Angesichts der Zahl der Anträge werde diese Aufarbeitung etwas dauern, teilt die Pressestelle des Landratsamtes mit.

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