Medizin Angemessener Lebensstil ist beste Vorbeugung

Auch Professor Stephen  Schröder sprach beim  Patiententag.
Auch Professor Stephen Schröder sprach beim Patiententag. © Foto: Fischer-Bucher
Kreis Göppingen / Annerose Fischer-Bucher 04.04.2018
Die Göppinger Initiative gegen Herzinfarkt und Schlaganfall veranstaltete den 2. Patiententag.

„Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die Todesursache Nummer eins“, sagte der Spiritus Rector der „Göppinger Initiative gegen Herzinfarkt und Schlaganfall“, Professor Dr. Stephen Schröder von der Klinik am Eichert. Deshalb hätten sich Fachleute aus dem Kreis zusammengeschlossen und diesen Patiententag 2017 ins Leben gerufen.

Schröder und der Vorstand der Kreisärzteschaft haben die breit angelegte Initiative angestoßen, um Patienten umfassend aufzuklären, damit sie sich selbstverantwortlich über ihre jeweiligen Risikofaktoren informieren können.

Zum zweiten Mal fand der gut besuchte Patiententag im Märklinsaal der Stadthalle in Göppingen statt, bei der verschiedene Referenten in jeweils viertelstündigen Vorträgen über Bluthochdruck, Cholesterin, Diabetes, Herzrhythmusstörungen, Rauchen, Sport und Bewegung, Medikamenteneinnahme und Laien-Reanimation informierten. Die Zuhörer konnten Fragen stellen und erfuhren, woran man als Laie einen Herzinfarkt und einen Schlaganfall erkennen kann und welche schnellen Schritte nötig sind, um den Patienten zu retten. Untersuchungen zu Risikoeinschätzungen bei Blutdruck und Cholesterin durch die Alb-Fils- Kliniken, Blutzuckermessungen durch das Diabetiker-Team um Kewal Lekha, ein Stand der Deutschen Herzstiftung sowie pharmazeutische Informationen der Quadro-Apotheken ergänzten die Vorträge. Und damit auch eine etwas größere Pause nicht ungenutzt blieb, konnten Besucher mit Annerose Haller vom Therapiezentrum der Alb-Fils-Kliniken sitzend und mit Musik ein Kreislauftraining absolvieren.

Professor Dr. Andreas Schuler betonte in seinem Vortrag die Wichtigkeit eines angemessenen Lebensstils, der Fehlernährung, Bewegungsmangel, Rauchen und Alkohol vermeiden solle. Bei nicht zu starken Schwankungen des Blutzuckerspiegels, bei entsprechender Bewegung und Ernährung und bei guten Sozialfaktoren, die eine Vereinsamung verhinderten, sinke die Sterblichkeitsrate.

Dr. Christian Hofgärtner stellte die allgemeinen positiven Effekte von Sport und Bewegung heraus. Das Schlaganfallrisiko könne um bis zu 60 Prozent gesenkt und die Mortalitätsrate bei bereits vorliegenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich reduziert werden. Mit 150 Minuten  Spaziergang oder 70 Minuten Sport pro Woche könne man viel erreichen.

Nicht verunsichern lassen

Schröder sagte zum Risikofaktor Cholesterin, die Patienten sollten unbedingt ihre Medikamente einnehmen, ihren Lebensstil anpassen  und sich nicht durch Medienberichte verunsichern lassen. Er beklagte außerdem, dass im gesamten Umfeld der Stadthalle kein Defibrillator angebracht sei, der Leben retten könne. Deshalb sollten Bürger an die Klinik melden, wo „Defis“ angebracht seien, damit man die Lücken schließen könne.

Philipp Wälde gab Tipps, wie man Medikamente richtig und zuverlässig einnehmen sowie auf günstige Zeiten für bestimmte Organe achten könne. Er sagte: „Man muss nicht das Leben an die Medikamente anpassen, sondern die Medikamente unter dem Vier-Augen-Prinzip an das Leben.“

Info Die Göppinger Initiative „Defi melden“ ruft Bürger dazu auf, öffentliche Standorte von Defibrillatoren an die Alb-Fils-Kliniken zu melden: Ansprechpartner ist Professor Dr. Stephen Schröder, Tel. (07161) 64-0, E-Mail: kardiologie@af-k.de

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