Birenbach Andreas Krupop will Bürgermeister werden

Andreas Krupop lebt mit seiner Familie in Birenbach. Im Ort zu wohnen hat den Vorteil, dass man nah an den Geschehnissen und den Bürgern dran ist, meint der 31-Jährige.
Andreas Krupop lebt mit seiner Familie in Birenbach. Im Ort zu wohnen hat den Vorteil, dass man nah an den Geschehnissen und den Bürgern dran ist, meint der 31-Jährige. © Foto: Giacinto Carlucci
Birenbach / Kristina Betz 15.06.2018
Der „Unbekannte mit dem Bart“ wurde er genannt. Andreas Krupop will zeigen, dass er mehr als das ist. Als Bürgermeister will er seine Heimat mitgestalten.

Andreas Krupop lebt seit sieben Jahren in Birenbach. Dass ihn bis zu seiner Kandidatur für das Amt des Bürgermeisters in dem 1800-Einwohner-Ort dennoch viele nicht kannten, überrascht den 31-Jährigen nicht. Als Kundenreferent für die MAG-Gruppe in Eislingen ist Krupop viel im Ausland unterwegs und in Vereinen im Ort nicht aktiv. Doch Birenbach sei sein Zuhause. Dort lebt Andreas Krupop mit seiner Lebensgefährtin und deren 10-jährigem Sohn im „blauen Haus“, wie sie selbst ihr in blauer Farbe gestrichenes Haus in der Birenbacher Blumenstraße nennen. Der Amtsanwärter möchte Birenbach weiterentwickeln und mit seiner offenen Art punkten.

Herr Krupop, in Ihrer offiziellen Bewerbung zum Bürgermeisteramt in Birenbach, dass Sie von Beruf „Internationaler Trainer“ sind. Was kann man sich darunter vorstellen?

Andreas Krupop: Ich habe absichtlich diese Formulierung gewählt. Ich hätte auch Industriemechaniker oder Kundenreferent schreiben können, aber ich wollte die Leute neugierig machen. Ich gebe seit meiner Ausbildung zum Industriekaufmann 2003 internationale Schulungen in der Automobilindustrie.

Sie sind hauptsächlich im Ausland tätig, würden Sie sich dennoch als heimatverbunden bezeichnen?

Ich war zwei Jahre beruflich in China tätig. Ich bin im Jahr etwa 200 Tage im Ausland, in China, Indien, der USA oder Frankreich. Birenbach ist aber mein Zuhause. Ich bin vor sieben Jahren hier hergekommen, um zu bleiben.

Weshalb wollen Sie Bürgermeister in Birenbach werden?

Wenn man nur ab und zu hier im Ort ist, dann hat man einen Blick von außen auf den Ort. In den sieben Jahren, in denen ich hier bin, habe ich gesehen, dass Birenbach sich nicht nach vorn entwickelt, eher zurück. Das möchte ich ändern.

Wie ist Ihr Eindruck, sehen das auch andere so?

In den vergangenen Wochen bin ich viel im Ort unterwegs gewesen und habe viel mit den Menschen gesprochen. Man hört viele bruddeln, viele sind unzufrieden. Es ist auch wichtig, dass man sich auch an Dingen stört – sich dann aber auch einsetzt.

Was glauben Sie, sind die Menschen unzufrieden mit der Gesamtsituation oder mit dem amtierenden Bürgermeister Frank Ansorge?

Ich möchte nicht sagen, dass die Unzufriedenheit an der Person des Bürgermeisters liegt.

Wie haben die Menschen auf Ihre Kandidatur reagiert?

Ich war überrascht vom positiven Feedback. Viele sagten, sie finden es toll, dass jemand etwas tut.

Weshalb waren Sie davon überrascht?

Meine Verwaltungstätigkeit spielte bislang in meinem Beruf eher eine untergeordnete Rolle und ich bin mit 31 Jahren noch recht jung. Aber ich sehe, dass gerade ein Generationenwechsel stattfindet. Wie in Schlierbach, wo der 28-Jährige Sascha Krötz Bürgermeister wurde. Ich finde das gut.

Ist das auch ein Vorteil?

Ich denke, man hat eine praktischere Sicht auf die Dinge und ist kurzentschlossener. Ist man lange in der selben Position, stellt sich eine Art Betriebsblindheit ein. Ich glaube, wenn junge Leute richtig motiviert sind und was wissen wollen, dann können sie sich schnell einarbeiten. Das sehe ich ständig in meinem Beruf. Und ich habe richtig Lust das durchzuziehen.

Welche Themen würden Sie angehen wollen, wenn Sie am Sonntag gewählt werden würden?

Die Schule und die Kinderbetreuung sind wichtige Themen. Da stimme ich Frank Ansorge zu, der da auch etwas tun will.

Welches Konzept schwebt Ihnen vor?

Ich finde die Idee schön, Senioren und Kinder an einen Tisch zu setzen und beides miteinander zu integrieren.

Das heißt, Sie sind einer Meinung mit Frank Ansorge?

Ich kenne die Zahlen und Fakten natürlich noch nicht. Deshalb kann ich jetzt auch nicht sagen, wir bauen Luftschlösser, das wäre nicht realistisch.

Sollten Sie nicht ins Amt des Birenbacher Bürgermeisters gewählt werden, bewerben Sie sich dann woanders?

Das wurde ich bei der Kandidatenvorstellung auch gefragt, ob ich dann zum Dauerkandidat werde. Das kann ich eindeutig verneinen. Ich bewerbe mich einmal in Birenbach, danach nicht wieder – weder hier noch woanders. Aber wenn es klappt, dann knie ich mich voll rein. Für mich geht es hier um was ganz Großes.

Und wenn es nicht klappt?

Dann war meine Kandidatur trotzdem ein Erfolg. Ich hatte eine tolle Zeit, tolle Gespräche, habe die Birenbacher näher kennengelernt – die Kandidatur war eine tolle Erfahrung.

Zur Person: Andreas Krupop

Andreas Krupop, 31 Jahre alt, Industriemechaniker von Beruf, zog vor sieben Jahren nach Birenbach.

Gewählt wird in Birenbach am Sonntag, 17. Juni. Das Wahllokal befindet sich im Bürgersaal des Rathauses. Der zweite Wahlgang, sofern notwendig, ist für den 8. Juli angesetzt.

Kandidaten: Zwei Bewerber stellen sich zur Wahl. Neben Amtsinhaber Frank Ansorge, der sich für seine zweite Amtszeit bewirbt, tritt der Birenbacher Andreas Krupop an.

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