Seniorentreff Amüsantes rund um die Gans

Claus Anshof referierte über Gänse und ihre Federn.
Claus Anshof referierte über Gänse und ihre Federn. © Foto: Patricia Jeanette Moser
Bad Boll / Patricia Moser 14.02.2018

Dass die Gans kein gewöhnliches Haustier ist, das verdeutlichte Claus Anshof aus Gammelshausen in seinem Vortrag „Merkwürdiges über die Gans“ im katholischen Gemeindezentrum. Der Besuch des Heimatforschers beim Seniorentreff zu Jahresbeginn hat Tradition und so war der Saal voll. In Mythen, Märchen, Legenden, in Liedern und Redewendungen, taucht die Gans häufig auf. „Zum Thema Gänsemästung, Gänsereiten und Gänseköpfen“ werden sie von mir nichts hören“, kündigte Anshof an. Sein Blick richtete sich bevorzugt auf die lebendige Gans in all ihrer Schönheit. Dennoch gab es auch Rezepte für Gänsebratenfüllungen, eines aus der Zeit der alten Ägypter und eines aus Pommern von 1902.

An die „Bettfeder-Füllaktion“ in der Kindheit konnten sich viele Anwesende noch erinnern. Ein Büchlein aus den 1930er Jahren gab Aufschluss über die Preise für Bettfedern: weiße und graue Federn kosteten damals gleich viel.

Gänse sind Familientiere, erfuhren die Besucher, und leben im Verbund von 60 bis 70 Tieren. Weltweit gibt es fünfzehn verschiedene Gänsearten. Die graue Gans ist die Ursprungs-Gans, die weiße eine Züchtung, wusste der ehemalige Lehrer. Die anscheinend so „dummen Gänse“ sind klug genug, sich beim Erscheinen eines Raubvogels am Himmel zum Kreis zu formieren, sodass der Raubvogel verwirrt ist. „Er kriegt sie definitiv nicht“, freute sich Claus Anshof sichtlich.

Kulturgeschichtliche Bedeutung hat auch der Götterbote Hermes mit seinen Flügeln aus Gänsefedern an den Schuhen. Die Ortsheilige Berta von Boll ließ einst eine Holzgans errichten, zum Schutz gegen die Plage von Schneegänsen. Auch Federkiel und Federhalter wurden thematisiert. Claus Ansorge zeigte mit Freude seinen Füllfederhalter, der ihn seit 1954 begleitet hat. In den Grimmschen Märchen ist die Rede von der „goldenen Gans“, und „Hans im Glück“ trägt sie unter seinem Arm. Auch in Kinderliedern wird die Gans gerne besungen, zum Beispiel bei „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“.

Nach einer kurzweiligen Stunde tauchte Anshof in die Naturheilkunde ein mit dem Gänseblümchen, das in Goethes Faust als Liebesorakel benutzt wird (er liebt mich – er liebt mich nicht). Claus Anshof empfahl dringend, es in den Salat zu tun, zerrupft entfalte es einen unvergleichlichen Geschmack, so weiß er aus eigener Erfahrung. Die Vorstellung von der „dummen Gans“ wandelte sich so in das Bild eines sympathischen Tieres. Claus Anshof war als ehemaliger Lehrer stets auf korrekte Details bedacht. Lieder rundeten den Nachmittag ab.

Info Nächster Treff am 8. März, 14 Uhr, evangelisches Gemeindehaus.