Jagd Amt in jüngere Hände gegeben

Alfons Weber ist und bleibt ein leidenschaftlicher Jäger.
Alfons Weber ist und bleibt ein leidenschaftlicher Jäger. © Foto: Margit Haas
Kitzen / Margit Haas 17.01.2019

Es war ein bewegender Augenblick, als Alfons Weber von Kreisjägermeister Matthias Wittlinger als langjähriger Leiter des Hegering V der Kreisjägervereinigung Göppingen verabschiedet wurde. „Es war Zeit, das Amt in jüngere Hände abzugeben“, betont der 72-Jährige. Die Liebe zur Jagd war dem passionierten Jäger in die Wiege gelegt. „In der Verwandtschaft gingen viele zur Jagd“, sagt der Kitzener.

1974 legte er die Jägerprüfung ab und übernahm später die Leitung des Hegerings Göppingen-Hohenstaufen mit rund 180 Mitgliedern. „Als Hegeringleiter organisierte ich Fortbildungen und koordinierte gemeinsame Jagden.“ Er hielt Kontakt zu Referenten und arbeitete intensiv mit der Wildforschungsstelle des Landes in Aulendorf zusammen. „Wir waren immer offen für neue Themen und Ideen“, bekräftigt Weber. So verwundert es nicht, dass der Hegering an einem Modellprojekt teilnahm. „Früher gaben die Behörden Abschusspläne vor, die die Jäger erfüllen mussten. Heute gilt die „Rehbewirtschaftung ohne behördlichen Abschussplan“ (Roba). Die Jäger entscheiden gemeinsam mit dem Verpächter, wie viel und welches Wild geschossen wird und übernehmen damit weit mehr Verantwortung“, betont der erfahrene Waidmann. Bevor die Roba eingeführt wurde, war sie in ausgesuchten Hegeringen getestet worden.

Eine weitere Neuerung war die Gründung der „Hegegemeinschaft Stauferland“ mit den Revieren von Göppingen, Eislingen, Ottenbach, Schlat und Süßen und zahlreichen Landwirten der Gemarkungen. „Ziel ist es, durch entsprechende Maßnahmen die Bestände von Hasen, Rebhühnern und Lerchen aufzubauen und zu sichern“, betont Weber, der sich in erster Linie als Naturschützer sieht. Zu den Maßnahmen gehören etwa Lerchenfenster in Äckern, lebendige Ackerrandstreifen oder der Abschuss von Füchsen und Waschbären. Insbesondere letztere machen den Jägern zunehmend Sorgen. Ohne natürliche Feinde „jagen sie auf dem Boden, in den Bäumen und sogar Amphibien in den Gewässern. Das hat besorgniserregende Ausmaße angenommen“, beobachtet der Jäger. Das treffe auch für die Zahl des Schwarzwildes zu. „Als ich anfing zu jagen, gab es in meinem Revier kein Schwarzwild. Seit den Achtzigerjahren ist eine Zunahme zu beobachten. Explodiert sind die Bestände nach dem Sturm Lothar an Weihnachten 1999.“ Drückjagden der Göppinger, Eislinger, Hohenstaufener und Ottenbacher Jäger sowie im gesamten Hegering sollen die Bestände dezimieren. „Alleine zu Jagen bringt da gar nichts. Unsere gemeinsamen Anstrengungen brachten aber immer eine sehr gute Jagdstrecke.“

Nach wie vor ist Alfons Weber mit Begeisterung Jäger und er freut sich an der Natur. „Bei der Jagd geht es nicht ums Schießen. Am meisten Spaß macht die Hege und die Ausbildung von Jagdhunden“, betont er. Und deshalb wird er auch weiterhin jeden Tag mit seinen beiden Hunden Gitti und Troll im Wald zu finden sein.

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