Es zieht sich noch mit der Kreiselbepflanzung in Bad Boll. Der Kreisverkehr an der Landesstraße Richtung Zell kann erst im nächsten Jahr gestaltet werden. Dieses Jahr fehlt das Geld. Wie der Kreisel bepflanzt wird, schien eigentlich klar – mit Stauden wie auf dem nahegelegenen Wala-Gelände. Es sollte eine einheitliche gärtnerische Handschrift werden. Weil das eine Menge kostet, dachte man an Gartenbau-Azubis, die es als Prüfungsaufgabe richten könnten. Aber im Gemeinderat wurde jetzt wieder offen diskutiert. Friedrich Aichele (CDU) ist sowieso gegen teure Stauden – Blumenzwiebel täten es auch. Oder Wildpflanzen. Dr. Henning Schindewolf (UWV) verweist auf Aichelberg: Der dortige Kreisel wird von einem Gartenbaubetrieb bepflanzt. Könnte man das nicht auch machen? Petra Csiky (Grüne) hat diese Möglichkeit längst gesehen. „Wir wurden angesprochen“, berichtete sie, es seien ein bis drei Betriebe interessiert. Vielleicht schaffe man eine Bepflanzung auf den 3. Oktober, den Bad Boller Festtag? Man solle das Interesse eruieren, sagt der Gemeinderat.

Diskussion auch über Bushaltestelle

An der dahinkümmernden Bushaltestelle Kurhaus kann sich etwas tun. Nicht als Verschönerung. Die Schäden seien instand gesetzt, sagt die Gemeindeverwaltung, weiteren Aufwand solle man im Hinblick auf künftige Planungen nicht betreiben. Es würden sowieso Veränderungen stattfinden, sagt Dorothee Kraus-Prause (Grüne). Bekanntlich wird ein Radparkhaus in dieser Ecke angestrebt. In Kürze soll sich der Bauausschuss des Gemeinderats mit einer Neugestaltung der Haltestelle befassen.

Damit Radfahrer sicher sind

An der Badstraße soll ein Schutzstreifen für Radfahrer kommen. Der Landkreis als Besitzer der Straße sehe das dieses Jahr vor, weiß die Gemeindeverwaltung. Ob die Autofahrer dann wegen des Schutzstreifens langsamer fahren, soll untersucht werden. Dazu wird dokumentiert, wie die jetzigen Geschwindigkeiten sind.

Mehr Licht für Fußgänger

Dauerbrenner in Eckwälden: Die Fußgängersituation an der Dorfstraße soll beleuchtet werden. Dazu soll es eine Verkehrsschau geben, vielleicht schon bald. Begutachten soll sie auch, was man an der Abzweigung von der Landesstraße nach Eckwälden tun kann, um die Verkehrs­sicherheit zu erhöhen. Die CDU sieht im Umfeld auch Chancen für anderes: Eine gute Lage, um für den Kurort zu werben.

Die Fußgängersituation macht auch an der Bushaltestelle Badstraße  Kopfzerbrechen. Eine Querungsstelle wäre hilfreich – nur wo? Die Fußgänger gehen in einem großen Bereich über die Straße, sagt Bauamtsleiter Andreas Milde. Die Verkehrsschau habe sich schon hinlänglich damit befasst.

„Kommune ohne Plastiktüten“

Weg mit Plastiktüten: ein hochaktuelles Thema in Brüssel, aber auch im Verband Raum Bad Boll. Die „Kommune ohne Plastiktüten“ ist eine Aufgabe für den Nachhaltigkeitsbeirat. Damit will es der Bad Boller Gemeinderat nicht belassen. Man solle sich im Ort selbst dahinterklemmen, mit dem Gewerbe- und Handelsverein und überhaupt den Vereinen. Kein Wegwerfgeschirr bei Festen, fordert Hannes Baab (Grüne). Ganz ohne Plastik wird’s nicht gehen, wendet Rainer Staib (CDU) ein. Sein Vorschlag: Ein Boller Becher, in dem man seinen „Coffee to go“ holt. Dr. Anne-Dore Ketelsen-Volkhardt (Grüne) findet es gut und wichtig, in der Gemeinde Ideen zu sammeln. Kindern solle das bewusster werden.

Wichtig: Wohn- und Busfrage

Leerstehende Wohnungen – auch ein Dauerbrenner. Die Grünen fordern ein ums andere Mal, bei Hausbesitzern nachzuhaken. Jetzt schlagen sie ein Gespräch mit Fachleuten vor, wie man Leerstände aktivieren kann. Das wird ein Thema für den neuen Gemeinderat. Dorothee Kraus-Prause verdeutlicht: „Ein Riesenproblem.“ Die Bundesregierung peile 1,5 Millionen neue Wohnungen an, die Zahl der Leerstände liege bei 1,7 Millionen.

Für das Busfahren mit dem neuen Nahverkehrsplan wollen die Grünen eine Werbekampagne. Dorothee Kraus-Prause kann persönlich berichten: „Ich bin schon öfter gefahren, ich finde das ideal.“ Die Gemeindeverwaltung sieht dafür nur die Möglichkeit im Mitteilungsblatt.

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Die Ökogemeinde weiterentwickeln


Solardächer Die Grünen im Bad Boller Gemeinderat wollen eine Werbeaktion für Solarenergie auf Dächern. Bürgermeister Bührle sieht dafür keine Kapazitäten im Rathaus. Aber: Im Gemeindeverband  könnte man über eine Teilzeitkraft nachdenken, die Energie-, Mobilitäts- und Nachhaltigkeitsthemen bearbeitet. Bührle: „Das könnte ein mittelfristiges Ziel sein.“

Car Sharing Ein Kümmerer im Verband könnte auch  Car-Sharing aufgreifen, das sich die Bad Boller Grünen wünschen.

Energieberatung Die Grünen sehen das neue Baugebiet Bühl als beste Gelegenheit, Bauherrn energetisch zu beraten. Sie werden auf die Energieagentur des Kreises verwiesen. Hannes Baab will mehr: Es gebe auch Bedarf an vielen Bestandsgebäuden.