Seniorenakademie Alltagshilfen für Senioren

Göppingen / Tino Fetzer 10.10.2018

Wie kann Technik zu einem selbstbestimmten Leben im Alter beitragen? Das war die Frage, die Petra Gaugisch bei der Seniorenakademie im Haus der Familie beantwortet hat. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin vom Fraunhofer-Institut hat im Vortrag verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt. Klassische Dinge wie den Hausnotruf, Saugroboter und höhenverstellbare Arbeitsplatten kennt man – die Expertin hat aber weiter in die Zukunft geschaut: Sensoren werden die Menschen künftig unterstützen.

Vor allem in jenen Situationen, in denen man nicht mehr selbst aktiv einen Notruf absetzen kann. Bodensensoren zum Beispiel, die spüren, wenn ein Patient stürzt, dann wird entsprechende Hilfe gerufen. Aber auch Apparate, die Vitalwerte messen oder kontrollieren, ob Medikamente genommen werden. So können auch Verhaltensprofile aufgezeichnet werden und die „künstliche Intelligenz“ merkt sich, wie ein Tagesablauf üblicherweise ist. Gibt es dabei Unterbrechungen, die nicht logisch sind, könne ein Notruf automatisch ausgelöst werden, zur Sicherheit des Nutzers. Damit das alles passt, müssen viele Parameter stimmen, an denen die Forschung arbeitet.

Die Wissenschaftlerin macht aber klar: Technik kann und wird in Zukunft das Leben immer mehr beeinflussen und man kann sie durchaus positiv einsetzen. Die alltagsunterstützenden Assistenzsysteme, wie es die Expertin nennt, nehmen immer mehr Raum ein.

Zur Technik gehört auch die digitale, virtuelle Welt: Im Internet kann man sich vernetzen und so mit anderen in Kontakt treten, auch wenn man nicht mehr so mobil ist. Am Institut von Petra Gaugisch wurde eine App für Tablets entwickelt, die in diese Richtung Angebote macht und vor allem auch die unterschiedlichsten Unterstützungstechniken auf eine Basis bringt. Praktisch sind diese Daten auch für pflegende Angehörige, die – bei Bedarf und wenn gewünscht – die entsprechenden Informationen zum Gesundheitszustand kennen und so sicher sein können, dass alles in Ordnung ist. Oder eben auch nicht. Dann aber können sie eingreifen und helfen.

Die Reihe „Seniorenakademie“ geht weiter: Ein besonderer Einblick in die Orgel gibt es, am 15. Oktober, in der Kath. Kirche St. Maria in Göppingen durch Kirchenmusiker Martin Böhm. Am 22. Oktober wird im Pavillon der ev. Stadtkirche über verschiedene Themen aus dem Revolutionsjahr 1968 diskutiert. Mit dabei sind: Thomas Meyer-Weithofer, Barbara Lang, Jürgen Lämmle und Pfarrer Frieder Binder. In der Kunsthalle werden am 29. Oktober Werke von Joachim Fleischer betrachtet.

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