Uhingen Allgaier sucht fieberhaft nach neuen Flächen

Helmar Aßfalg, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Allgaier, am Stammsitz in Uhingen. Hier stößt der Automobilzulieferer an Grenzen und sucht deshalb händeringend neue Flächen.
Helmar Aßfalg, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Allgaier, am Stammsitz in Uhingen. Hier stößt der Automobilzulieferer an Grenzen und sucht deshalb händeringend neue Flächen. © Foto: Carlucci
Uhingen / Susann Schönfelder 20.07.2018
Allgaier platzt an seinem Stammsitz in Uhingen aus allen Nähten und sucht neue Flächen. Eine Option ist Luizhausen-Ost.

Im Lonseer Ortsteil Luizhausen machen Bürger mobil gegen ein geplantes Industriegebiet und das damit verbundene höhere Verkehrsaufkommen in dem 340-Einwohner-Ort. 140 Unterschriften wurden bereits gesammelt. Die Bürger vermuten, dass hinter dem interessierten Automobilzulieferer, der hier ein Presswerk bauen will und 250 Arbeitsplätze in Aussicht stellt, das Uhinger Unternehmen Allgaier steckt. Bürgermeister Jochen Ogger wollte dies nicht direkt bestätigen, da er Verschwiegenheit versprochen habe, dementierte es aber auch nicht.

Helmar Aßfalg, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Allgaier, sagte gestern auf Anfrage der NWZ: „Es gibt mehrere Möglichkeiten, Luizhausen ist eine Option.“ Spruchreif sei jedoch noch gar nichts. Aßfalg machte aber deutlich: „Ich werde nie im Leben irgendwo hingehen, wo signalisiert wird, wir wollen Sie hier nicht haben.“ Der Widerstand in Luizhausen ist groß, mehr als 100 Bürger diskutierten am Mittwoch bei einer Bürgerversammlung.

Fakt ist: Die Allgaier-Group hat 2017 das erfolgreichste Jahr in der 111-jährigen Unternehmensgeschichte hingelegt. Am Stammsitz in Uhingen sind die Grenzen des Wachstums erreicht. Daher sucht der Automobilzulieferer, der als zweites Standbein einen Maschinen- und Apparatebau aufgebaut hat, händeringend nach neuen Flächen. Um alle Aufträge erfüllen zu können, hat das Unternehmen bereits eine große Fläche in Mühlhausen angemietet. Aßfalg berichtet, dass es in Baden-Württemberg deutlich komplizierter sei, ein neues Werk zu bauen als in Sachsen, wo Allgaier 2015 ein Presswerk eröffnet hatte. Das Genehmigungsverfahren hier im Land sei „ein unglaublich bürokratischer Aufwand“.

Hinzu kommt, dass der Automobilzulieferer eine Fläche von 50 000 bis 60 000 Quadratmetern sucht, „damit es für die nächsten Jahrzehnte reicht“, betont der Geschäftsführer. In der Endausbaustufe sollen in dem neuen Werk 200 bis 250 Mitarbeiter beschäftigt werden. In Uhingen sei dieser Platz nicht vorhanden, weil Allgaier hier zwischen B 10, Bahnlinie und Faurndau an Grenzen stoße. Doch auch zwischen Stuttgart und Geislingen gebe es nichts in dieser Größenordnung, im Kreis Göppingen aber sehr wohl, sagt Aßfalg, „wobei der Landkreis für uns nicht ausschlaggebend ist“. Das neue Werk soll aber „in Schlagweite“ von Uhingen entstehen.

Bei der Vorstellung der Bilanz im April dieses Jahres hatte Aufsichtsratschef und Allgaier-Inhaber Dieter Hundt angekündigt, dass das Unternehmen die neue Fläche bis zum Sommer kommenden Jahres braucht. Helmar Aßfalg bleibt aber gelassen: „Wir unterwerfen uns keinem Zeitdruck. Wir  haben immer einen Plan B oder Plan C.“

2017 war das beste Jahr in der Firmengeschichte

Zahlen Die Firma mit Sitz in Uhingen ist ein weltweit agierender Automobilzulieferer von Karosseriebauteilen und ist auch im Maschinen- und Anlagenbau aktiv. 2017 verzeichnete Allgaier einen Umsatz von 445,5 Millionen Euro, knapp 2000 Menschen sind in der Allgaier-Gruppe beschäftigt.

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