Uhingen Allgaier erlebt bestes Jahr bislang

Freuen sich über ein Rekordjahr in der Firmengeschichte von Allgaier in Uhingen: der Vorsitzende der Geschäftsführung Helmar Aßfalg und Inhaber und Aufsichtsratschef Dieter Hundt (v.l.).
Freuen sich über ein Rekordjahr in der Firmengeschichte von Allgaier in Uhingen: der Vorsitzende der Geschäftsführung Helmar Aßfalg und Inhaber und Aufsichtsratschef Dieter Hundt (v.l.). © Foto: Ehrcke
Uhingen / Joa Schmid 13.04.2018
Die Allgaier-Group hat 2017 das erfolgreichste Jahr in der 111-jährigen Unternehmensgeschichte  hingelegt. Auf dem Firmenareal sind die Grenzen des Wachstums erreicht.

Bei diesem Superlativ kommt in der Chefetage  in Uhingen Freude auf: Die Allgaier-Group hat 2017 das erfolgreichste Jahr in ihrer Firmengeschichte hingelegt. Und das nachdem schon im vergangenen Jahr der höchste Auftragsbestand  vermeldet wurde. Der 1906 gegründete Automobilzulieferer, der als zweites Standbein einen Maschinen- und Apparatebau aufgebaut hat, konnte in beiden Geschäftsbereichen zulegen wie noch nie, berichtet Helmar Aßfalg, der Vorsitzende der Geschäftsführung. Tatsächlich hat sich der Umsatz in der Firmengruppe  – nach einem Minus von 7,5 Prozent im Jahr 2016 – um fast  30 Prozent gesteigert. Auch Aufsichtsratschef und Inhaber Dieter Hundt strahlt angesichts der Geschäftszahlen für das Jahr 2017 – Stand 31. Dezember: „Das hat uns alle sehr gefreut, dass das 111. Jahr der Firmengeschichte das beste in Umsatz und Ertrag geworden ist.“ Die Allgaier-Group, die aus Stahl und Aluminium hochwertige Karosseriebauteile herstellt und Maschinen und Apparate produziert, hat 2017 einen Umsatz von 445,5 Millionen Euro erzielt. Der Vorjahreswert lag bei 347,8 Millionen Euro Euro.

Ein Wachstum, das dem Unternehmer aber auch Sorgen bereitet. „Wir sind am Standort in Uhingen buchstäblich an Grenzen gestoßen und haben jetzt schon eine große Fläche in Mühlhausen angemietet, um unsere Aufträge erfüllen zu können“, berichtet der Unternehmer, der händeringend nach Industrieflächen in der Nähe des Stammsitzes in Uhingen sucht. Konkret geht es um eine Fläche von 50 000 bis 60 000 Quadratmetern, die der Automobilzulieferer bis zum Sommer nächsten Jahres benötigt.  „Mir tut es leid, dass wir den Uhinger Standort nicht um diese Fläche erweitern können“, sagt Hundt, aber „zwischen B 10 und Bahn geht dort nichts mehr.“ Auch die Nähe zur Wohnbebauung schafft  in Uhingen offenbar Probleme. Schon jetzt  sei die Einhaltung der nächtlichen Lärmschutzgrenzwerte für Allgaier und seinen Drei-Schicht-Betrieb mit einem erheblichen Aufwand verbunden, berichtet Geschäftsführer Aßfalg. Ab 22 Uhr dürfe im Freien nichts mehr bewegt werden. Hinzu komme, dass  schon jetzt täglich 120 bis 130 Lastwagen ein- und abfahren. Dabei verstehe er, dass die Anwohner irgendwann ihre Ruhe wollten. „Ein Zuwachs geht deswegen nur an neuen Standorten“, sagt Aßfalg.

Tatsächlich hat Allgaier mit Investitionen in Höhe von 33 Millionen Euro im Jahr 2017 die Weichen für eine Fortsetzung des Wachstums in den kommenden Jahren längst gestellt. „Das liegt deutlich über den 15 Millionen Euro, die wir an Abschreibungen haben“, betont Dieter Hundt.

Ausschlaggebend für den Rekord bei Umsatz und Ertrag ist nach den Worten von Geschäftsführer Helmar Aßfalg neben einer deutlichen Steigerung des Umsatzes im Stammhaus Uhingen die erst 2009 gegründete mexikanische Tochtergesellschaft, die heutige Allgaier de Puebla. Dort werden neben Pressteilen auch hochwertige und komplexe Zusammenbauten für Premium-Automobilhersteller gefertigt. „Dass sich diese Auslandstochter als  Wachstumstreiber erwiesen hat, zeigt, wie wichtig die frühe Internationalisierung der Firmengruppe war“, erklärt der Vorsitzende der Geschäftsführung.

Einen wesentlichen Beitrag zum Umsatzrekord leisteten die Tochtergesellschaften der Holding,  insbesondere die Mogensen GmbH und Co. KG in Wedel. „Die Neustrukturierung im Vertrieb gepaart mit neuen technisch innovativen Produkten waren die Grundlage für das  Wachstum der Allgaier-Gruppe“, berichtet Aßfalg.

Die Unternehmensgruppe, die knapp 2000 Menschen beschäftigt  – davon rund 1100 in Uhingen –  will auf nachhaltigem Erfolgskurs bleiben. Grundlage für das weitere Wachstum sei auch die Umstellung der Finanzierungsstruktur mit den Hausbanken auf eine langfristige Lösung, berichtet Inhaber Dieter Hundt: „Wir wollen langfristig erfolgreich sein.“

Daten zum Geschäftsfjahr 2017


Gezeichnetes Kapital
Allgaier-Group: 23,2 Millionen Euro (Vorjahr: 23,2 Millionen Euro).

Netto-Umsatz (konsoldiert)
Allgaier-Group: 445,5 Millionen Euro (Vorjahr 347,8 Millionen Euro).
Allgaier Automotive: 356,4 Millionen Euro (Vorjahr: 289,6 Millionen Euro).
Umsatzanteil: 80 Prozent (Vorjahr: 83,3 Prozent).
Allgaier Process Technology: 89,1 Millionen Euro (Vorjahr: 58,2 Millionen Euro).
Umsatzanteil: 20 Prozent ( Vorjahr 16,7 Prozent).

Personal
Allgaier Group: 1679  (Vorjahr 1633).
Allgaier Automotive: 1144 (Vorjahr 1060).
AllgaierProcess Technology: 335 (Vorjahr 321).
Investitionen
Allgaier-Group: 33,4 Millionen Euro (Vorjahr: 22,1 Millionen Euro)
Abschreibungen:  15 Millionen Euro.

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