Dürnau Alles in Butter mit Luther?

Treten bei "Kultur im Schlosshof" in Dürnau erstmals unter freiem Himmel auf: Die Kabarettisten von "Pfaffenpfeffer".
Treten bei "Kultur im Schlosshof" in Dürnau erstmals unter freiem Himmel auf: Die Kabarettisten von "Pfaffenpfeffer". © Foto: Veranstalter
INGE CZEMMEL 17.07.2015
"Kultur im Schlosshof" heißt es wieder am kommenden Wochenende in Dürnau. Am Sonntagabend spielt dort das Pfarrerkabarett "Pfaffenpfeffer" sein neues Programm "Außer Thesen nichts gewesen?!".

Seit über zehn Jahren nimmt die Kabarettformation "Pfaffenpfeffer" mit einer gehörigen Portion Selbstironie Kirche, Gemeindeleben, Pfarrerberuf und allerlei Menschliches aufs Korn. An der Besetzung hat sich im Laufe des Jahrzehntes immer mal wieder etwas verändert. Im Moment besteht die Formation, die am Keyboard von Mathis Hilsenbeck begleitet wird, aus den fünf Geistlichen Carola Kittel, Mechthild Friz, Walter Scheck, Dietmar Scheytt-Stövhase und Klaus Steiner-Hilsenbeck.

Im neuen Programm beleuchten die Kabarettisten mit gepfeffertem Witz den Ertrag der Reformation und wollen - was Theologen und Historikern nicht gelungen ist - Licht ins Dunkel ungeklärter Fragen bringen. Diese lauten: "Was bleibt uns nach 500 Jahren?" "Außer Thesen nichts gewesen?" "Alles in Butter mit Luther?" Die Mischung aus Dialogen, Monologen, Spielszenen, Songs und Tanzeinlagen verspricht abwechslungsreiche Unterhaltung und Klaus Steiner-Hilsenbeck verrät schon mal: "Eine große Szene wird eine Kirchengemeinderatsitzung sein." Darauf darf man gespannt sein, denn die "Pfaffen" sind dafür bekannt, dass sie weder sich selbst noch andere schonen.

Sie betrachten Humor nämlich als Mittel zur Wahrheitsfindung und Seelenhygiene. "Wer meint, in der Kirche gäbe es nichts zu lachen, der irrt gewaltig", sagen sie und versprechen dem Publikum glasklare Aha-Erkenntnisse über die Ab- und Hintergründe hinter frommen Fassaden und glattpolierten Kulissen.

Das Besondere an der Dürnauer Aufführung: Pfarrer Walter Scheck hat keine Zeit und lässt sich vertreten. Einspringen wird der Dürnauer Mundartkünstler Uwe Kälberer, der im wirklichen Leben Notar ist. "Ich habe überlegt, welche lustigen Menschen es in Dürnau gibt und da fiel mir Herr Kälberer ein", erzählt der ehemalige Dürnauer Pfarrer Steiner-Hilsenbeck. "Der fühlte sich geschmeichelt und sagte zu."

Geprobt wurde die Sitzung eher minimalistisch. "Es gibt zwar einen roten Faden, aber es wird auch viel improvisiert", erklärt Steiner-Hilsenbeck. "Ein Wort gibt das andere und wir finden uns immer wieder neu. Das ist auch für uns selbst spannend."

Bei der Premiere in Heilbronn-Horkheim, wo Carola Kittel lebt, fand die Sitzung auch schon mit einer Vertretung statt. Weil Mechthild Friz erkrankt war, übernahm der Mann von Carola Kittel die Rolle. "In Frauenkleidern, das war der Brüller", grinst Steiner-Hilsenbeck, der Pfaffenpfeffer als eine herrliche Möglichkeit sieht, die Leute zu erfreuen und gleichzeitig Kritik anzubringen und Dinge zu beleuchten.

"Für die Einzelstücke des Programms ist jeder selbst zuständig. Bei der ersten gemeinsamen Probe sind immer alle gespannt, was die anderen machen", berichtet Steiner-Hilsenbeck. Die gemeinsamen Medleys, wie diesmal das Reformationsmedley aus sechs alten Schlagern, generiere meist Dieter Kunz, Dekan im Ruhestand und einst auch Pfaffenpfeffermitglied. Eine Schreiberin, der Texte leicht aus der Feder flössen, sei Carola Kittel.

Open Air hat "Pfaffenpfeffer" übrigens Premiere. Ob vielleicht doch in der Kornberghalle gespielt werden muss, wird Petrus entscheiden. Auf den guten Draht der Pfarrer nach oben angesprochen, winkt Pfarrer Steiner-Hilsenbeck ab: "Das ist nur bei den Katholischen so. Bei den Evangelischen hat jeder einen direkten Draht."

Das sontige Programm des Dürnauer Kulturwochenendes

Kinder Das Kulturwochenende der Kulturinitiative Dürnau startet am Samstag um 15 Uhr mit einem Kindertheater. Gerald Ettwein, "Der wundersame Herr Wunderle", will die Jüngsten mit Magie, Musik und Mitmachsach' in den Bann ziehen.

Konzert Von 20.30 bis 22 Uhr gibt es am Samstag Pop und Jazz im Bigbandstil von der Band "Ärzteparkplatz", die mit Piano, Drums, Bass, Gesang, Saxophonen und Trompete den Schlosshof zum Swingen bringen will.

Kino Anschließend verwandelt sich der Schlosshof in einen Openair-Kinosaal. Küldür präsentiert die Filmkomödie "Madam Mallory und der Duft nach Curry", in der eine indische Familie in einer französischen Kleinstgemeinde ein Restaurant gegenüber einem Ein-Sterne-Lokal eröffnet.

Wetter Bei Regen finden die Veranstaltungen in der Kornberghalle statt.

SWP