Klinik Alb-Fils-Kliniken verfehlen Schwarze Null deutlich

Die Alb-Fils-Klinik-GmbH ist finanziell weder auf Rosen noch auf anderen Blumen gebetet. Wie viele andere Kliniken im Land versucht die Krankenhausgesellschaft von ihrem Defizit herunterzukommen. Bisher vergeblich.
Die Alb-Fils-Klinik-GmbH ist finanziell weder auf Rosen noch auf anderen Blumen gebetet. Wie viele andere Kliniken im Land versucht die Krankenhausgesellschaft von ihrem Defizit herunterzukommen. Bisher vergeblich. © Foto: STAUFENPRESS
DANIEL GRUPP 17.07.2015
Die Krankenhaus GmbH schließt das Jahr 2014 mit einem Minus in Höhe von 3,7 Millionen Euro ab. Das ist besser als im Jahr davor, allerdings wurde die geforderte Schwarze Null deutlich verfehlt.
„Nur bedingt zufriedenstellend“, nannte Landrat Edgar Wolff den Jahresabschluss 2014 der Alb-Fils-Kliniken. Die Krankenhaus GmbH hat ein Minus von 3,7 Millionen Euro eingefahren. Der Verlust wird aus dem Etat des Landkreises ausgeglichen. Der Kreis habe ein deutlich geringeres Defizit gefordert, erinnerte Wolff an frühere Beschlüsse. „Wir müssen uns in Richtung schwarze Null bewegen.“ Dies sei auch eine der Prämissen zur Finanzierung des Neubaus gewesen. Allerdings müsse man auch sehen, dass die Abwärtsentwicklung gestoppt ist. Wolff, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Krankenhaus GmbH ist, erinnerte am Freitag im Kreistag an den Rückschlag im Jahr 2013 als das Defizit entgegen dem Trend der Jahre davor wieder auf vier Millionen Euro gestiegen ist.

„Der Konsolidierungskurs ist erfolgreich“, bewertete der Kaufmännische Geschäftsführer der Kliniken, Wolfgang Schmid, die Verbesserung des Ergebnisses von 2013 um 300.000 Euro. Er sprach von einer „Ergebnisdelle“, die ausgeglichen sei. Allerdings nicht ganz so wie erhofft. Die Planung sei um eine halbe Million Euro verfehlt worden. Der Geschäftsführer berichtete von den Anstrengungen, das Ergebnis zu verbessern. Er sprach von einem ordentlichen Zuwachs von 700 Patienten im Jahr. Allerdings mussten auch zwei Millionen Euro in die Planung des Neubaus gesteckt werden. Wegen der Tariferhöhung seien die Personalkosten um vier Millionen Euro gestiegen.

Die Bilanz 2014 schließt mit einer Summe von 155 Millionen Euro ab. Das sind 700.000 Euro weniger als im Jahr davor. Die Klinik beschäftigte zum Jahresende 2296 Mitarbeiter, das sind etwa 1700 Vollzeitstellen. Die Geschäftsführer Schmid und Dr. Jörg Noetzel stellen fest, dass sich im vorigen Jahr die Rahmenbedingungen nicht verbessert haben. Die Erhöhung des Landesbasisfallwerts werde durch die Tariferhöhung aufgezehrt. Das Leistungsvolumen im stationären Bereich habe sich um zwei Prozent erhöht.

Auch im laufenden Jahr wird es schwer werden die Bilanz zu verbessern. Der Medizinische Geschäftsführer Noetzel berichtete zwar von einem Plus von 825 Patienten im ersten Halbjahr. Allerdings steige der Landesbasisfallwert nur um ein Prozent. Das führe gegenüber der Planung zu einer Ergebnislücke von 1,2 Millionen Euro. Hinzu kämen noch 800.000 Euro für höhere Personalkosten, berichtete Schmid. Es sei noch nicht abzusehen, wie diese Lücken geschlossen werden können. Noetzel forderte die anwesenden Kreisräte auf, ihre politischen Kontakte zu nutzen, um gegen die vom Bund geplante Klinikreform zu kämpfen. Zum Beispiel sei die Notfallversorgung völlig unterfinanziert. „Wir fordern Ihre Unterstützung“, sagte Noetzel.

„Wie entwickeln sich die Finanzen weiter?“, fragte Werner Stöckle (Freie Wähler). Die Schwarze Null in der Klinikbilanz sei gefordert worden, damit die Krankenhaus-Gesellschaft ihren Anteil am Klinikneubau finanzieren kann. Stöckle: „So wie es aussieht, müssen wir uns von dieser Vorstellung lösen.“ Die Verbesserung gegenüber 2013 sei nur gering. „Die Aussichten werden nicht rosiger“, findet der Kreisrat.

„Es ist nicht gelungen, das Ziel Schwarze Null zu erreichen“, stellte Susanne Widmaier (SPD) fest. Widmaier meinte, dass immer wieder Sondereffekte geben werde. Sie forderte die Geschäftsführer auf: „Damit muss man kalkulieren. Es wird kaum ein Jahr geben, in dem nichts Unvorhergesehenes eintritt.“ Dies räumte Schmid ein: „Richtig, vielleicht muss man in Zukunft Einmaleffekte einkalkulieren.“

Bevor der Kreistag einstimmig beschlossen hat, dass die Gesellschafterversammlung die Bilanz billigen kann, stellte Landrat Wolff fest: „Die Luft wird dünner. Die Anstrengungen müssen intensiviert werden.“