Göppingen Aktion: „Vorlesen ist für die Seele so wichtig“

Der Vorlesetag ist in Göppingen schon eine feste Institution: Lokalprominenz wie zum Beispiel Landrat Edgar Wolff ist engagiert dabei. Unser Bild entstand bei  der 5. Auflage 2013.
Der Vorlesetag ist in Göppingen schon eine feste Institution: Lokalprominenz wie zum Beispiel Landrat Edgar Wolff ist engagiert dabei. Unser Bild entstand bei  der 5. Auflage 2013. © Foto: Lokales Bündnis
Göppingen / Von Axel Raisch 05.11.2018
Zum zehnten Mal beteiligen sich am 16. November Kindergärten und Schulen aus Göppingen am bundesweiten Vorlesetag. Am Nachmittag gibt es eine Erlebnis-Lesung in der Stadtbibliothek.

Initiiert und koordiniert wird der Vorlesetag in der Hohenstaufenstadt vom Lokalen Bündnis für Familie Göppingen in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek und dem Staatlichen Schulamt. Hilder Huber vom Lokalen Familien-Bündnis freut sich, dass der Göppinger Vorlesetag mittlerweile Strahlkraft auf Umlandgemeinden entwickelt hat und am Aktionstag auch in Einrichtungen außerhalb Göppingens vorgelesen wird.

Denn das Lesen sei nicht nur als Vorstufe zur Bildung, sondern auch für die Entwicklung des Gefühlslebens wertvoll, betont die Kinderkrankenschwester und Elternberaterin. Es fördere die Kreativität und lasse Kinder zur Ruhe kommen. „Die Vorlesesituationen sind für die Seele so wichtig“, erklärt Hilde Huber. Der Vorlesetag wirke daher auch über den Tag und die Lesegruppe hinaus. „Es passiert etwas in den Familien“, sagt sie und berichtet, wie sie immer wieder von begeisterten Kindern und Eltern darauf angesprochen werde. Die Interaktion, die Zweisamkeit zwischen Zuhörer und Vorleser könne auch ein Beitrag für stabile Familienbeziehungen sein, so Huber weiter.

 In Zusammenarbeit mit Elke Weccard vom Schulamt sowie Heide Oberhauser von der Stadtbücherei plant Hilde Huber den Vorlesetag in Göppingen stets ab Frühjahr. Die Göppinger Kindergärten und Schulen werden dann angeschrieben und ebenso um Beteiligung gebeten wie prominente Leser geworben.

42 Frauen und Männer werden dieses Jahr am 16. November voraussichtlich 1031 Kindern vorlesen. Mit dabei sind wieder zahlreiche Personen aus dem gesellschaftlichen Leben des Kreises, wie etwa Landrat Edgar Wolff, der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse, Dr. Hariolf Teufel, NWZ-Redaktionsleiter Helge Thiele oder der Handballer Jens Schöngardt von Frisch Auf Göppingen. Dadurch kämen neben dem Lesen stets interessante Geschichten aus dem Leben der Vorleser zur Sprache, welche die Kinder begeisterten, berichtet Huber. Diese schönen Erlebnisse würden die Kinder dann immer mit dem Vorlesen, dem Lesen verbinden. Auch, weil der Rahmen in den Einrichtungen immer besonders liebevoll hergerichtet werde. Etwa mit Kuschelecke, mit Kerzen, oder sonstigen tollen Ideen, die es den Kindern ermöglichten, ganz in die Geschichten einzutauchen und den Gästen zuzuhören.

Wichtig findet Hilde Huber auch, dass Politiker zum Vorlesen kommen, „damit sie vor Ort sind, sich ein Bild über den Zustand der Gebäude machen können und aus erster Hand von der Stimmung in Kindergärten und Schulen erfahren“.

Die Vorsitzende des Göppinger SPD-Ortvereins selbst wird auch vorlesen: Als Springerin vorgesehen, wird Huber einen Ausfall ersetzen und im Kinderhaus Seefrid vier und fünf Jahre alten Kindern aus dem Buch „Anders“ vorlesen. Es sei „sooooooo schön und pädagogisch wertvoll“, schwärmt Hilde Huber. Sie hat das Buch wie die meisten Vorleser selbst ausgewählt. Ein paar Vorleser griffen aber auch Jahr für Jahr auf das Angebot der Stadtbücherei zurück, die Empfehlungen für die entsprechenden Altersgruppen bereit halte, berichtet Heide Oberhauser von der Göppinger Bibliothek.

In der Stadtbücherei wird es am Nachmittag des Vorlesetages auch eine besondere Veranstaltung zum zehnjährigen Jubiläum des Göppinger Vorlesetages geben. Eine Erlebnis-Lesung für alle Sinne für Kinder im Alter zwischen sechs und zehn Jahren verspricht Oberhauser: „Germain, die geheimnisvolle Spinnenfrau, lädt ein in ihren Spinnwebewald. Raunende Klänge, huschende Schatten, Nebelschwaden, schaurig-schöne Geschichten der Spinnenfrau bieten eine Erlebnis-Lesung für alle Sinne“.

Eintauchen ins „Reich der Spinnenfrau“

Geschichte Bundesweit findet der von der Wochenzeitung „Die Zeit“, der „Stiftung Lesen“ sowie der Deutschen Bahn seit dem Jahr 2004 ausgerufene Vorlesetag mittlerweile  zum 15. Mal statt.

Eintritt 60 Karten für Kinder  zwischen sechs und zehn Jahren sind für die Vorstellung „Im Reich der Spinnenfrau“  ab 6. November kostenlos in der Stadtbibliothek erhältlich. Die Vorstellung beginnt am 16. November um 16 Uhr in der Bücherei.

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