270 Teilnehmer aus Ludwigsburg, davon rund die Hälfte Kinder, haben am Wochenende die Freizeit- und Begegnungsstätte der Aidlinger Schwestern in Oberböhringen bevölkert. Die Stimmung auf dem Michelsberg war super, so wie das Wetter. "Wir mussten 100 Matratzen schleppen, weil wir nicht so viele Betten hatten", berichtet Schwester Friedhilde, die für die Verwaltung der Einrichtung zuständig ist. Die Kinder konnten sich auf dem weitläufigen Gelände richtig austoben, und so manches Kind wollte partout nicht mehr nach Hause in die Barockstadt. Der Michelsberg, der nicht nur eine Freizeitstätte für Familien ist, sondern auch zur Stille und Erholung an Leib, Seele und Geist einlädt, ist gefragt, sämtliche Kurse und Tagungen sind in den nächsten Monaten ausgebucht. Rund 13 000 Übernachtungen kommen in diesem Jahr wieder zusammen.

Trotzdem soll die Einrichtung im Herbst 2014 einem anderen Träger übergeben werden - "angedacht ist der November", erklärt Schwester Friedhilde. Der Grund sind Nachwuchsprobleme, mit denen die Schwesternschaft zu kämpfen hat. "Wir sind eine alternde Gemeinschaft", sagt Schwester Friedhilde. Derzeit gehören 280 Frauen den Aidlinger Schwestern an, die Hälfte ist bereits im Ruhestand. In Oberböhringen sind fünf Schwestern tätig. Sitz der Schwesternschaft ist das Diakonissenmutterhaus in Aidlingen im Kreis Böblingen. Neben der Begegnungs- und Freizeitstätte in Oberböhringen betreiben die Schwestern auch Ferienhäuser am Titisee und in Villingen. Von einem dieser Gästehäuser wollen sich die Aidlinger Schwestern nun trennen, weil man nicht mehr alle bisherigen Arbeitsgebiete abdecken könne - die Wahl fiel auf Oberböhringen, wohl auch weil es die größte Einrichtung ist und in den kommenden Jahren saniert werden müsste, erklärt die leitende Schwester Elsbeth.

Dies sei ein schwer wiegender Entschluss gewesen, schreiben die Aidlinger Schwestern in einem Brief an alle Freunde und Gäste der Begegnungsstätte, schließlich sei der Michelsberg für viele Gäste zur geistlichen Heimat geworden. "Auch wir als Aidlinger Schwesternschaft blicken dankbar zurück auf über 40 Jahre Michelsberg und staunen über alle erfahrene Güte und Treue Gottes."

Was mit dem viereinhalb Hektar großen Gelände samt Gebäuden geschieht, ist noch nicht klar. "Wir sind auf der Suche nach einem geeigneten Käufer oder Pächter, der die Einrichtung in unserem Sinne weiterführt", sagt Schwester Friedhilde. Die Zielsetzung, dass die Gäste auf dem Michelsberg weiterhin Gott begegnen und zur Ruhe kommen, solle auf jeden Fall erhalten bleiben.

"Von Gott berufen, den Menschen zu dienen"