Kreis Göppingen / Joa Schmid/dpa Mit einer Notversorung reagierten die Alb-Fils-Kliniken  am Mittwoch auf den Warnstreik von rund 80 ihrer Ärzte.

Der bundesweite Warnstreik der Ärzte wirkte sich am Mittwoch auch im Landkreis aus: Die Patienten der Klinik am Eichert in Göppingen und der Helfenstein-Klinik in Geislingen mussten mit einer eingeschränkten Ärzteversorgung zurechtkommen. Die genaue Anzahl der Mediziner, die nicht zum Dienst erschienen waren und stattdessen an einer Demonstration in Frankfurt teilgenommen hatten, konnte Pressesprecherin Ulrike Fischer nicht nennen.  

80 Ärzte im Streik

„Das wird in den nächsten Tagen ausgewertet. Wir gehen derzeit von bis zu 80 Ärztinnen und Ärzten aus.“ Damit mussten die beiden Kliniken am Mittwoch auf rund ein Viertel der 308 Ärzte verzichten. Trotzdem reagierte die Klinikleitung gelassen. „Der Routinebetrieb in unseren beiden Kliniken in Göppingen und Geislingen läuft“, berichtete Pressesprecherin Fischer am Nachmittag. Alle Notfälle seien behandelt worden, Planbare Operationen hatten die Kliniken bereits im Vorfeld verschoben. „Wir hoffen auf eine schnelle Einigung der Tarifparteien“, betonte Dr. Ingo Hüttner, Medizinischer Geschäftsführer der Alb-Fils-Kliniken vor dem Hintergrund der aktuellen Proteste.

Nach einer schnellen Einigung sieht es derzeit nicht aus. Die Vertreter der Tarifparteien – der Marburger Bund (MB) und die Vereinigung kommunaler Arbeitgeber (VKA) – standen sich gestern unversöhnlich gegenüber. In Frankfurt hatten  rund 5000 Ärzte aus dem gesamten Bundesgebiet – darunter auch die rund 80 Ärzte aus dem Landkreis Göppingen –  eine Wiederaufnahme von Tarifgesprächen für die Mediziner in kommunalen Kliniken gefordert. Auf der bundesweit zentralen Kundgebung ging es ihnen vor allem um verbesserte Regelungen für den Bereitschaftsdienst. „Nur gesunde Ärzte können kranken Patienten helfen“, betonte einer der demonstrierenden Ärzte laut einem Bericht der deutschen Presseagentur mit Blick auf die Belastungen langer Bereitschaften am Wochenende.

Hunderte unbezahlte Überstunden

Andere wiesen auf Plakaten auf Hunderte unbezahlter Überstunden hin, die sie bereits angesammelt haben. Die Ärzte in den kommunalen Kliniken erwarteten konkrete Verbesserungen ihrer Arbeitsbedigungen: weniger Belastung, bessere Planung und mehr Zeit für Familie und Privatleben, fasste Rudolf Henke, der Vorsitzende des Marburger Bundes, die Forderung der Demonstranten zusammen. Der VKA zeigte indes „kein Verständnis für  Kampfmaßnahmen in diesem Ausmaß“.