Verkehr Ärger über Stau hinter den Rotoren

Böhmenkirch / Thomas Hehn 07.12.2017

So imposant die Schwertransporte für die geplanten drei Windkraftanlagen am Tegelberg sind, irgendwie stehen die 60 Meter langen Rotoren auf der K 1400 zwischen Böhmenkirch und Stötten auch im Weg. Leidtragende sind Autofahrer und manchmal auch die Schulbusse.

So wie gestern. Da stand ein Bus, der Schüler aus den weiterführenden Schulen in Geislingen mittags wieder zurück auf die Alb fährt, in Stötten und musste warten, bis ein Rotortransport durch war. Rund 20 Schülern dauerte das offenbar zu lange: Sie stiegen aus und marschierten kurzerhand zu Fuß weiter Richtung Schnittlingen und Treffelhausen. Karl-Heinz Wendlik aus Stötten hat das beobachtet und sich anschließend am Telefon heftig bei der GZ-Redaktion über die in seinen Augen „Wahnsinnstransporte“ beklagt.

Auch im Böhmenkircher Rathaus gab es Beschwerden. „Allzu viele waren es aber nicht“, schränkt Bürgermeister Matthias Nägele ein. Angesichts der zu erwartenden Verkehrsbehinderungen wegen des nur im Schritt-Tempo vorankommenden Spezialfahrzeugs, habe man zwischen Böhmenkirch und Treffelhausen eigens mehrere „Ausweichstellen“ festgelegt, wo der wartende Verkehr den Schwertransport passieren können sollte.

Das bestätigt Projektleiter Sebastian Sehl vom Schwertransport-Unternehmen Steil aus Saarwellingen. „Wenn wir den Schulbus bemerken, lassen wir ihn auch sofort durch“, betont Sehl außerdem. „Allerdings müssen wir den Bus auch sehen und das ist nur der Fall, wenn er von hinten kommt.“ Der Gegenverkehr werde indessen weiträumig von der Polizei geregelt. „Das kann dann schon mal eine halbe bis Dreiviertelstunde dauern“, räumt Sehl ein.

Umleitung verschärft Lage

Der Projektleiter vermutet, dass die jetzt aufgetretenen Behinderungen möglicherweise mit der seit vergangenen Montag eingerichteten  Umleitung von Geislingen über Stötten und Böhmenkirch zusammenhängen. Wie berichtet, sind die Straße im Roggental und die Steinenkircher Steige in dieser Woche wegen Felsräumungsarbeiten gesperrt. Der Projekleiter hat seine Mitarbeiter daher inzwischen angewiesen, bei allen weiteren Transporten noch zusätzliche „Passierstellen“ einzulegen, damit der Verkehr besser abfließen kann.

Sehl weist darauf  hin, dass die Behinderungen auch nicht mehr allzu lange dauern. Man müsse jetzt nur noch drei Rotoren und vier Turmsegmente transportieren. „Das sind sieben Fahrten. Wenn das Wetter mitspielt sind wir damit Ende nächster Woche  durch.“