Eislingen Adrenalinjunkies tricksen um die Wette

Eislingen / Maximilian Haller 03.09.2018
Beim Dirt Bike Contest in Eislingen gab es wieder furiose Kunststücke zu sehen.

Adrenalin, Schweiß und furiose Tricks gab es beim siebten traditionellen „Dirt-Bike-Contest“ in Eislingen zu sehen. Nachdem der Wettbewerb letztes Jahr aufgrund schlechter Wetterbedingungen abgesagt werden musste, konnten sich am Wochenende zahlreiche Sportjunkies auf ihre Bikes schwingen und zeigen, was sie so drauf haben.

Dem bewölkten Himmel trotzend geben die Helfer dem eigens für den Contest präparierten Dirt-Park noch den letzten Schliff. Hier und da wird noch mit Spitzhacken Erde abgetragen, nur um diese dann an anderer Stelle wieder festzuklopfen. Währenddessen üben sich die ersten Fahrer schon einmal darin, ein Gefühl für die Strecke zu bekommen.

Erste Disziplin des Tages sind die Showfahrten: Hierbei zeigen die Fahrer ihr Können mit Jumps und Tricks aller Arten. Der erste Teilnehmer rast den Erdhügel hinauf und springt gut einen Meter hoch in die Luft. „Beide Beine in der Luft, das muss man erstmal hinkriegen“, meint Hans-Joachim „Hänsi“ Weiß, Organisator und Moderator des Events.

Als nächstes startet eine echte Dirt-Bike-Berühmtheit. Marvin Buchholzki ist extra aus Mainz angereist, um bei dem Contest anzutreten. Weiß sagt ihm eine strahlende Zukunft voraus: „Marvin wird wahrscheinlich noch Meister von allen Dirt-Bikern.“ Buchholzki zieht im Sprung das Vorderrad nach oben und steht so fast senkrecht in der Luft. Auch ein sogenannter „Onehander“ ist für den Mainzer kein Problem.

Drei junge Biker bilden indessen einen „Train“ und fahren dabei dicht hintereinander die hügelige und kurvenreiche Strecke ab. Koordination ist dabei das A und O. „Da muss der erste Sprung sitzen“, weiß Hänsi Weiß.

Beim anschließenden „Kiddi Trail“ treten fünf Jugendliche aus der Region an. Dieses Mal geht es nicht um Zeit, sondern darum, möglichst fehlerfrei zu fahren. Wer den Boden mit den Füßen berührt, kassiert einen Fehlerpunkt. Die Biker merken schnell, dass es gar nicht so einfach ist, in den engen Kurven nicht die Balance zu verlieren. Marco aus Wäschenbeuren und Lutz aus Ottenbach gelingen jedoch zwei fehlerfreie Durchgänge. Auch im anschließenden Stechen erlauben sich die beiden kein bisschen Bodenkontakt. Dieses Mal müssen sie jedoch zusätzlich die Uhr im Auge behalten. Marco gibt ordentlich Gas und hat schließlich mit 17,81 Sekunden deutlich die Nase vorn. Er darf sich über seinen Siegerpreis freuen – einen grell-rosafarbenen Profihelm.

Internationales Projekt

Organisiert wird das ganze Spektakel vom Kinder- und Jugendbüro Eislingen sowie vom Jugendhaus „Nonstop“. Laut dessen Leiter, Hänsi Weiß, ist das Ganze ein echtes internationales Projekt. Zehn Gäste aus aller Welt sind am Aufbau der Dirt-Park-Strecke beteiligt. Susanne Lehmann vom Kinder- und Jugendbüro erklärt: „Der Verein Internationale Begegnungen in Gemeinschaftsdiensten (IBG) hat angefragt, ob wir nicht Interesse an internationaler Zusammenarbeit hätten.“ Im Kinder-und Jugendbüro habe man sich dann gedacht, dass so eine Zusammenarbeit ideal für den „Dirt-Bike-Contest“ sei.

Die zehn jungen Menschen aus Taiwan, Mexiko, der Türkei, Japan, der Ukraine und aus Italien haben die vergangenen zwei Wochen damit verbracht, den Eislinger Dirt-Park für den Wettbewerb fit zu machen. Neben den Arbeiten an der Strecke stehen auch Workshops auf dem Tagesplan, berichtet Weiß. Fahrtraining und Fahrradreparatur werden ebenfalls in der Gruppe behandelt. Natürlich soll aber auch der Spaß nicht zu kurz kommen. So hat die Gruppe das Göppinger Freibad, das Ulmer Münster und auch Stuttgart besucht.

Das Wetter habe während der Umbauzeit für Schwierigkeiten gesorgt: „Am Anfang war es höllisch heiß, so kam auch der Ausflug ins Freibad zustande“, erzählt Weiß. Der leichte Regen in der zweiten Woche habe hingegen beim Aufbau geholfen. Dadurch werde der Boden gelockert und die Strecke lasse sich somit leichter gestalten.

„Gestern hatten wir hingegen Angst“, sagt Weiß mit Blick auf den starken Regen am Freitag. Eine Zeit lang habe der Contest daher schon auf der Kippe gestanden. Ein nahegelegener Steinbruch habe den Workcamp-Teilnehmern allerdings etwas Sand zur Verfügung gestellt. Dadurch konnte die Strecke getrocknet werden.

Einmalig in der Region

Vor acht Jahren hat das Jugendhaus „Nonstop“ den Dirt-Bike-Platz übernommen. Damals war das Gelände noch komplett flach, erst danach wurde es in einen Übungsplatz für Bike-Begeisterte umgebaut. „Ich glaube, das ist schon ziemlich einmalig“, sagt Hänsi Weiß. Im gesamten Kreis gebe es keinen Dirt-Bike-Platz in dieser Größenordnung. Die meisten befinden sich in Hallen.

Mit dem Contest wolle das Jugendhaus „Nonstop“ die Menschen dazu motivieren, den Platz wieder herzurichten und öfters zu benutzen. Zum Aufbau kommen die Leute mit viel Begeisterung. „Wir sind dann bis zu 20 Leute auf dem Platz“, erklärt Weiß. Mit den internationalen Gästen verstehen sich die Eislinger blendend. Für Susanne Lehmann ist der Sinn dieser Zusammenarbeit klar: „Es geht darum, mit Menschen unterschiedlichster Art etwas auf die Beine zu stellen.“

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