Nun ist es beschlossene Sache: Die Adelberger können am 10. November darüber abstimmen, ob das Ex-Erlebnisbad Montemaris und der Campingplatz an die Investorengruppe um Wolfram Wäscher aus Friedrichshafen, zu der auch ein bis jetzt nicht namentlich genannter Adelberger gehört, für insgesamt 850 000 Euro verkauft werden soll. Zudem steht nun auch fest, dass es am 24. Oktober ab 19 Uhr eine Bürgerversammlung zu diesem Thema geben wird. Das hat der Adelberger Gemeinderat in der Sitzung am Montagabend, die auch rund 60 interessierte Bürger mitverfolgten, einstimmig entschieden.

Die Adelberger Rathaus-Chefin Carmen Marquardt wird bei der Bürgerversammlung zunächst einen Rückblick über die Geschehnisse von Montemaris und Co. liefern und beispielsweise nochmals die Gutachtenwerte vorstellen. Dann werden Vertreter der Investorengruppe ihre künftigen Pläne für einen Bio-Vital-Park für das Gelände "Klosterpark" vorstellen.

Anders als zunächst von Bürgermeisterin Marquardt beabsichtigt, sollen nun doch beide Adelberger Bürgerinitiativen (BI) ihre Stellungnahmen bei der Bürgerversammlung abgeben. Die Gemeinderatsfraktion "Wir für Adelberg" hatte in der jetzigen Sitzung eine Rederecht auch für die BI "Forum Adelberg für Adelberg" beantragt. Dies ist zum einen die BI "Attraktivität für Adelberg", die das für den Bürgerentscheid notwendige Bürgerbegehren auf den Weg gebracht hat und sich für einen Verkauf des Montemaris und des Campingplatzes an die Investorengruppe ausspricht.

Und zum anderen die BI "Forum Adelberg für Adelberg", die der Investorengruppe kritisch sieht, da die bisherigen Großprojekte von einem der Investoren, Wolfram Wäscher, nicht immer von Erfolg gekrönt waren. Daher lehnt die BI den Verkauf des "Klosterpark"-Geländes an die Investorengruppe ab. Auch die Mitglieder des Gemeinderates dürfen bei der Bürgerversammlung Stellungnahmen abgeben, bevor die Adelberger zum Beispiel Fragen stellen können.

Zugleich wurde in der jetzigen Ratssitzung auch der Entwurf des Gemeindehaushalts von der Verwaltung eingebracht und von den Ratsmitgliedern beraten. Die finanzielle Situation von Adelberg ist sehr angespannt, nicht zuletzt weil der Gemeinde hohe Steuerrückzahlungen drohen. Weitere Einsparmöglichkeiten bei den sogenannten freiwilligen Leistungen sieht die Bürgermeisterin indes nicht, da sie ein Mindestmaß an gesellschaftlichem Leben im Ort aufrechterhalten will.

Allerdings meinte Gemeinderat Ulrich Decker, dass man angesichts der finanziellen Situation der Gemeinde auch einmal darüber nachdenken sollte, ob man sich die Mitgliedschaft in der Schurwald-Musikschule noch leisten könne. Zugleich rief Decker dazu auf, dass künftig von allen Seiten die Emotionen bei der Diskussion um die Zukunft von Montemaris und Co. rausgenommen werden sollten. Denn die Sachlichkeit sollte wieder im Vordergrund stehen. Dafür erhielt er den spontanen Applaus der Zuschauer.