Adelberg Feuerwehr muss sich für die Zukunft rüsten

Auf lange Sicht sollte das Adelberger Feuerwehrmagazin durch einen Neubau ersetzt werden, sagt ein Experte. Auch in die darin parkenden Fahrzeuge muss investiert werden.
Auf lange Sicht sollte das Adelberger Feuerwehrmagazin durch einen Neubau ersetzt werden, sagt ein Experte. Auch in die darin parkenden Fahrzeuge muss investiert werden. © Foto: Giacinto Carlucci
Adelberg / Werner Schmidt 06.11.2018
Bei der Personalstärke steht die Schurwaldgemeinde gut da, beim Fuhrpark und beim Spritzenhaus gibt es dagegen noch Nachholbedarf.

Die Adelberger Feuerwehr muss aufrüsten, um den künftigen Erfordernissen einer effektiven und modernen Feuerwehr zu entsprechen. Aus dem Feuerwehrbedarfsplan für die Jahre bis 2024, der in der jüngsten Gemeinderatssitzung präsentiert wurde, geht hervor, dass der Fahrzeugbestand erneuert werden muss und der 2000-Einwohner-Ort über kurz oder lang ein neues Feuerwehrhaus braucht.

Mit dem von dem Leitenden Branddirektor Ralf-Jörg Hohloch von der Freiburger Feuerwehr vorgestellten Bedarfsplan wird unter anderem festgestellt, wie die Feuerwehr momentan aufgestellt und was nötig ist, um deren Leistungsfähigkeit sowie die Motivation der ehrenamtlichen Einsatzkräfte zu erhalten. Außerdem geht es auch darum „Einsatzmittel und -geräte so zu beschaffen, dass diese zu den Erfordernissen vor Ort passen“, sagte Hohloch.

Insgesamt ist die Adelberger Feuerwehr mit ihren 35 aktiven Mitgliedern für rund 9,4 Quadratkilometer zuständig. Davon sind 64 Prozent Wald und knapp 22 Prozent Landwirtschaftsfläche. Lediglich 6,1 Prozent entfallen auf Gebäude oder Freiflächen.

Erstes Fazit des Bedarfsplanes: Die Zahl der Mitglieder ist ausreichend, deren Durchschnittsalter (35 Jahre) ist in Ordnung, der Ausbildungsstand ist gut. Aber: Es gibt zu wenig Feuerwehrleute mit Atemschutzprüfung: „Taugliche Atemschutzgeräteträger müssen ausgebildet werden“, stellte Hohloch fest. Und auch die Verfügbarkeit der Löschmannschaft während des Tages müsse noch verbessert werden.

Es sei allerdings Dank der Unterstützung der örtlichen Arbeitgeber sichergestellt, dass im Alarmfall innerhalb der ersten zehn Minuten zwölf Feuerwehrangehörige am Einsatzort sein können. Die Gemeinde übernehme weiterhin die Kosten für den notwendigen Lkw-Führerschein, sagte Bürgermeisterin Carmen Marquardt. Auch die Jugendfeuerwehr biete mit ihren 17 Jugendlichen eine gute Basis, um auch künftig die Eigenständigkeit der Adelberger Feuerwehr sicherzustellen.

Allerdings ist der Fahrzeugbestand in die Jahre gekommen. Alle haben nahezu 20 Jahre auf ihren Achsen oder sind noch älter. Ausgerechnet das älteste Fahrzeug von 1986, ein Tanklöschfahrzeug, ist noch in Ordnung. Für den Mannschaftstransportwagen von 1999 und das aus dem Jahr 1993 stammende Löschfahrzeug empfiehlt Hohloch hingegen Ersatzbeschaffungen. Und auch für das Feuerwehrgerätehaus rät der Fachmann aus Freiburg: „Für die Zukunft wird ein Neubau empfohlen.“

Nicht nur, dass die Ausfahrt aus dem Gebäude erschwert sei, was im Einsatzfall ein Unfallrisiko dartelle, auch die so genannte schwarz-weiß Trennung (die Trennung von sauberer privater Kleidung und schmutziger Einsatzkleidung) sei nicht möglich, monierte der Branddirektor. Das Erneuern des Fahrzeugbestand bis 2024 würde eine enorme finanzielle Kraftanstrengung für den Ort bedeuten. Um mehr Feuerwehrleute im Einsatzfall heranziehen zu können, empfiehlt der Bedarfsplan, nachzusehen, ob eventuell Angehörige anderer Feuerwehren, die bei Adelberger Unternehmen beschäftigt sind, eingesetzt werden können.

Gemeinderat zu Investitionen bereit

Geld Der Gemeinderat nahm den Bedarfsplan einstimmig zur Kenntnis und beschloss gleichzeitig, die Bedürfnisse in den Haushalten der kommenden Jahre zu berücksichtigen.

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