Windkraft Adelberg wehrt sich weiter gegen Windkraft-Pläne

Adelberg ist als Windkraftstandort nicht geeignet, betont die Gemeinde in ihrer Stellungnahme.
Adelberg ist als Windkraftstandort nicht geeignet, betont die Gemeinde in ihrer Stellungnahme. © Foto: Petra Walheim
Adelberg / WERNER SCHMIDT 27.09.2016
Adelberg wehrt sich weiter gegen die geplanten Windräder am Kaisersträßle. In dieser Woche will die Gemeinde dem Landratsamt eine Stellungnahme überreichen.

Am 30. September will die Gemeinde Adelberg dem Landratsamt eine Stellungnahme überreichen, in dem sie noch einmal deutlich macht, weshalb die beiden Adelberger Standorte für Windkraftanlagen nicht geeignet seien. Beide Standorte sollen über das Kaisersträßle erschlossen werden, das Bürgermeisterin Carmen Marquardt als absolut ungeeignet für den unabdingbar notwendigen Schwerlastverkehr ansieht. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde die Resolution von den Kommunalpolitikern einstimmig befürwortet.

Insbesondere wegen der Wasserversorgung sei die Straße ungeeignet, sagte Marquardt. Unter dem Kaisersträßle liege die Hauptwasserleitung, von der die Wasserversorgung für die Gesamtgemeinde abhänge: „Die Straße ist für den Schwerlastverkehr nicht geeignet“, betont sie. Um die Windkraftanlagen zu bauen, wäre dies aber unabdingbar. Marquardt: „Das bedeutet, dass die Erschließung der geplanten Anlagen nicht gesichert ist.“ Schon aus diesem Grund sei die Genehmigung abzulehnen, so die Rathauschefin.

Davon einmal abgesehen, lägen die von den beiden Windkraftwerken zu erwartenden Immissionen über dem zulässigen Maß, macht die Bürgermeisterin geltend. Dies beträfe insbesondere das Wohnen. Zudem werde der Abstand von 1000 Metern nicht eingehalten.

Erneut verweist die Gemeinde auf  gefährdete Vogelarten, die im Bereich beider Standorte vorkommen sollen. Wie berichtet, kommt eine Untersuchung, die die betroffenen Gemeinden Adelberg und Börtlingen in Auftrag gaben, zu dem Ergebnis, dass dort neben dem Rotmilan auch sein Artgenosse, der Schwarzmilan, der Wespenbussard und der Baumfalke zuhause sind. Vom Wespenbussard seien Balzflüge beobachtet worden. Dass für den Rotmilan ein Dichtezentrum vorliegt, das sich aus insgesamt neun Revierzentren zusammensetzt, wurde aus dem Gutachten bereits häufiger zitiert. Die ENBW hat dennoch eine Ausnahmegenehmigung vom Tötungsverbot beantragt: „Ein Anspruch auf Ausnahme bzw. Befreiung von naturschutzrechtlichen Vorschriften kommt aus diesen Gründen nicht in Frage“, stellt Marquardt in der Stellungnahme fest.

Die Bürgerinitiative „Gegenwind“ hat die Fledermausvorkommen untersuchen lassen. Die für die Windkraftanlagen notwendigen Rodungen griffen in den Lebensraum der Mopsfledermaus ein, erklärte Marquardt den Gemeinderäten, die daraufhin beschlossen, diese Argumentation noch aufzunehmen.

Insgesamt wurde vom Gemeinderat gelobt, dass man sich so vehement für Tiere und Natur einsetze, gleichzeitig aber bemängelt, dass die Belange des Menschen bei der Argumentation zu wenig Berücksichtigung fänden, in dem auf die Gefahr von Eisabwurf von den Rotorblättern im Winter oder auf den Schattenwurf hingewiesen werde.

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