Adelberg Adelberg muss Spielplatz versilbern

Der Not gehorchend: Adelberg will den Spielplatz an der Schnurrstraße aufgeben.
Der Not gehorchend: Adelberg will den Spielplatz an der Schnurrstraße aufgeben. © Foto: Staufenpress
Adelberg / WERNER SCHMIDT 19.07.2014
Jetzt ist es amtlich: Der Spielplatz an der Adelberger Schnurrstraße wird zu Bauland. Der alte Bebauungsplan aus den 70er-Jahren wird geändert.

Es war die erste Amtshandlung des neuen Gemeinderats, und es ging nicht ohne kontroverse Diskussionen ab. Der Umwidmung des Spielplatzes in Bauland liegt nichts anderes als die marode finanzielle Situation Adelbergs zugrunde: Es ging nur darum, zusammen mit dem Verkauf weiterer Grundstücke Geld in die Dorfkassen zu spülen. Daher wurde auch das Argument der Stadtplaner, das die Verwaltung aufgegriffen hatte: "Mittlerweile ist die Notwendigkeit für einen Kinderspielplatz an dieser Stelle nicht mehr gegeben", nur unter Protest akzeptiert.

"Das kann ich so nicht stehen lassen", erklärte Alexander Scholz. Er wohne in der Nachbarschaft des Grundstücks und habe selbst kleine Kinder. Selbst der Kindergarten mache Ausflüge in die Nachbargemeinde, um dort die Spielplätze zu nutzen. Und offenbar gibt es von Adelberg aus einen regen "Spielplatztourismus" in die umliegenden Gemeinden, denn selbst Bürgermeisterin Carmen Marquardt gab zu: "Ich kenne auch alle Spielplätze um Adelberg." Wobei Ulrich Decker dann einwarf: "Es hängt wohl nicht an der Zahl der Adelberger Spielplätze, sondern an der Qualität der vorhandenen."

Auch Justus Krawinkel wollte sich mit der Umwidmung des Spielplatzes nicht recht anfreunden: "Ich find es schade, dass die Spielplatzfläche so reduziert wird." Er schlug vor, sich die Option für eine Grünfläche offen zu halten. Da machte ihm aber Stadtplaner Manfred Mezger von der Firma mquadrat einen Strich durch die Rechnung: "Es geht nur entweder oder!"

Grundsätzlich gebe es keine Bedenken von Behörden und Träger öffentlicher Belange; lediglich das Forstamt habe Einwände der Sicherheit wegen, erklärte Mezger. Denn die Bebauungsgrenze liege nur etwa zwölf Meter vom Waldrand entfernt. Vorgeschrieben sind aber 30. Das habe mit Funkenflug durch Feuerstätten und damit verbundener Waldbrandgefahr zu tun und der Gefahr, dass bei Unwetter möglicherweise Bäume auf Häuser stürzen könnten, sagte Mezger. Früher, als das Baugebiet in den 70er erschlossen wurde, seien die Bäume klein gewesen und hätten keine Gefahr für die Wohnbebauung dargestellt.

Eine Möglichkeit, die Bedenken des Forstamtes zu entkräften, wäre, die zu nahe am Bauplatz stehenden Bäume zu fällen und durch Jungbäume zu ersetzen. Der Eigentümer des Waldes sei auch zu einem Verkauf an die Gemeinde bereit, berichtete Marquardt.