Nicht nur der Beitritt der Gemeinde Adelberg zum Abwasserzweckverband im Schurwald wurde jetzt im Sitzungssaal des Adelberger Rathauses gefeiert, sondern auch der Abschluss der vielfältigen vorbereitenden Arbeiten, die notwendig waren, damit das Abwasser aus Adelberg überhaupt zur Kläranlage des Zweckverbandes bei Börtlingen-Zell gelangt. Dazu waren neben dem neuen Pumpenhaus  bei der alten Adelberger Kläranlage fast vier Kilometer Rohrleitung durch Wald und Wiesen Richtung Kohlbachtal und sogar durch ein Neubaugebiet am Südrand von Börtlingen notwendig.

Straßen und Feldwege aufgerissen

Da war es vorteilhaft, dass zwar Höhen und Tiefen überwunden werden mussten, der Bestimmungsort des Abwassers aber deutlich niedriger liegt, als der Ausgangsort. Der Diplom-Ingenieur, der den Leitungsbau begleitete, erläuterte die Vorgehensweise anhand von Bildern, die deutlich zeigten, wie aufwendig das war. Für die neue Abwasserleitung mussten auch Straßen und Feldwege aufgerissen und anschließend natürlich wieder hergerichtet werden. Über einen angenehmen Nebeneffekt freute sich der Ingenieur: Die Wege sehen in einigen Fällen jetzt besser aus als zuvor.

Die Adelberger Bürgermeisterin Carmen Marquardt berichtete, dass schon kurz nach ihrem Amtsantritt klar wurde, dass die bestehende Kläranlage des Dorfes im Dobelgrund nicht mehr lange durchhält. Natürlich wäre es den Adelbergern damals lieber gewesen die alte Anlage zu sanieren oder neu zu bauen, das aber wäre nicht zu finanzieren gewesen, erinnerte sich die Bürgermeisterin. Darum wurde ein Gutachten in Auftrag gegeben, das die jetzt realisierte Lösung empfahl. Und so begannen schon im Jahr 2015 die Verhandlungen mit dem bestehenden Abwasserzweckverband, dem die Gemeinden Wäschenbeuren, Birenbach und Börtlingen angehören.

„Wer soll das bezahlen?“

Dort war zwar durchaus die Bereitschaft vorhanden, aber es gab auch jede Menge offene Fragen. Schließlich war die Kapazität der Zeller Kläranlage bereits ausgereizt und es war klar, dass dieser Plan nur mit dem Umbau der bestehenden Anlage verwirklicht  werden kann. Zweckverbandsvorsitzender Karl Vesenmaier dazu: „Wer soll das bezahlen?“ Das war die Frage.

Also folgten Verhandlungen mit der Gemeinde Adelberg, speziell mit der Kämmerin Beate Schleifer. Adelberg musste sich sozusagen einkaufen – und zwar mit 392 000 Euro. Das gesamte Projekt schlug in Adelberg mit mehr als zwei Millionen Euro zu Buche, von denen das Land Baden-Württemberg allerdings  1,8 Millionen übernahm. Das war der höchstmögliche Fördersatz.

Karl Vesenmeier: „Win-Win-Situation“

Martin Hertkorn, Diplomingenieur und Spezialist für Kläranlagen, der das Pumpenhaus in Adelberg und die Veränderungen an der Verbandskläranlage plante, sagte dazu: „Dreiviertel des Geldes sind unterm Boden“. Die Kosten der Kapazitätserweiterung von 700 000 Euro, das waren in erster Linie die Verbesserung der Belüftungstechnik und die Aufstockung des Denitrifakationsbeckens, wurden entsprechend auf die Mitgliedsgemeinden umgelegt.

Der Wäschenbeurener Bürgermeister Karl Vesenmeier erklärte dann auch, dass trotz der hohen Kosten eine „Win-Win Situation“ entstanden sei, denn die Betriebskosten konnten um zehn Prozent gesenkt werden. Rundum sei es jetzt in jeder Hinsicht eine „saubere Sache“.