Oberböhringen „Greenhorn Cup“: Abschlag, Putt – eingelocht

Oberböhringen / Von Angelina Neuwirth 24.08.2018
Beim „Greenhorn-Cup“ des Golfer’s Club Bad Überkingen in Oberböhringen dürfen Laien sich unter Aufsicht von Profis am Golfspiel versuchen. GZ-Praktikantin Angelina Neuwirth erzählt von ihrem spannenden Erlebnis:

Den Nicht-Golfern mal zeigen, wie der Golfsport überhaupt funktioniert und wie viel Spaß er machen kann – darum geht es beim „Greenhorn-Cup“ des Golfer’s Club Bad Überkingen in Oberböhringen. Clubmitglieder bringen ihre Bekannten oder Freunde mit, die sich von der Begeisterung mit dem kleinen weißen Ball anstecken lassen. Auch ich war äußerst neugierig darauf, ob Golfen mehr als nur der Sport der Reichen und Schönen ist. Im Vorfeld war ich sehr skeptisch, ob ich überhaupt Spaß haben könnte – Erinnerungen an viele Kindergeburtstage kamen hoch, an denen ich mich mit missmutigem Gesicht durch Minigolf-Spiele quälen musste.

Aber bereits am ersten Loch werden mir meine Zweifel genommen – unter den Fittichen von Clubmitglied Gebhard Schatz eröffnet sich mir die wunderbare Welt des Golfens. Meine Mit-Greenhorns – Schatz‘ Sohn und dessen Freundin – dürfen mit aufs Grün und den Ball putten. Dabei geht es darum, den Ball mit möglichst wenigen Schlägen in das zwischen zwei und fünf Metern entfernte Loch zu bekommen. So arbeiten wir uns über die Hälfte des weitläufigen Platzes, der an den meisten Stellen einen grandiosen Blick auf Geislingen bietet.

Gebhard Schatz und sein Sohn machen Abschläge, bis der Ball auf dem Grün liegt. Dort bekommt jedes Greenhorn einen eigenen Golfball und darf ihn ins Loch bugsieren. Nach nur wenigen Versuchen fühle ich mich sicher, kann innerhalb weniger Sekunden abschätzen, auf welcher Linie ich den Ball schlagen muss, und habe so langsam tatsächlich richtig Spaß.

Daneben gibt es eine Einführung in die Theorie des Golfspielens – Schatz erklärt die Bedeutung des zunächst ominösen „Par“ und wie sich das Handicap auf die Anzahl der erlaubten Schläge pro Bahn auswirkt. Je nach Höhe des Handicaps und des Pars hat ein Golfspieler unterschiedlich viele Schläge. Ein Par 5 mit dem Handicap 17 bedeutet also, dass ein Spieler mit dem Handicap 17 hier mit fünf Schlägen eingelocht haben sollte. Spieler mit einem niedrigeren Handicap – je niedriger, desto erfolgreicher – haben sogar weniger Schläge, während die mit einem höheren Handicap mehr Schläge zur Verfügung haben (siehe Info)

Der „Greenhorn-Cup“, an dem 42 Laien teilnahmen, gehört zum „Sommer der Verführungen“. In sogenannten „Flights“ legten je drei Greenhorns mit einem Clubmitglied über fünf Kilometer zurück. Sie lernen die Grundlagen und Vorzüge des Golfsports.

„Golfen ist kommunikativ, und die Spieler bewegen sich dabei in der Natur. Dabei sind viele Muskeln in Bewegungen“, erklärt Gebhard Schatz. Die Koordination wird geschult, Blutdruck und Cholesterinwerte positiv beeinflusst. „Beim Golfen misst man sich mit niemandem“, betont  Schatz, und auch der Clubpräsident Claus-Peter Wörner sagt: „Wenn einer beim Golfen einen Fehler macht, liegt das nicht wie beim Tennis am Partner, sondern an ihm selbst.“ Wörner freut sich über die positive Rückmeldung, die er von vielen Teilnehmern des „Greenhorn-Cups“ bekommen hat – drei davon haben sich bereits für einen Schnupperkurs angemeldet.

Info Das Handicap ist eine Kennzahl, die das Spielpotenzial eines Golfers beschreiben soll. Es berechnet sich aus der Differenz der Schläge, die der Spieler pro Platz benötigt und der offiziellen Vorgabe - auch Par genannt. Bei einem 18-Loch-Platz sind das in der Regel 72 Schläge.

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