Kreis Göppingen / Dirk Hülser  Uhr
Der aus der AfD ausgetretene Göppinger Abgeordnete fordert die Freigabe nach US-Vorbild: „Gegen staatliche Anmaßung erwehren.“

Im Innenausschuss des Landtags hat Heinrich Fiechtner, mittlerweile aus der AfD und der Fraktion ausgetretener Abgeordneter des Wahlkreises Göppingen, die Freigabe von Waffen für alle Bürger nach US-amerikanischem Vorbild gefordert. Auf Nachfrage konkretisierte er dies: „Ich würde den amerikanischen zweiten Verfassungszusatz auf Deutschland übertragen, damit sich Bürger im Extremfall gegen eine staatliche Anmaßung erwehren können.“ Fiechtner spricht vom „Prinzip des freien Bürgers“, die Fähigkeit, sich zu erwehren, „erstreckt sich natürlich auf alles“.

Sascha Binder und Alex Maier lehnen Recht auf Bewaffnung ab

Der Geislinger SPD-Abgeordnete Sascha Binder sitzt auch im Innenausschuss, er sagt: „Ich lehne ein Recht der Bürger auf Bewaffnung strikt ab. In Deutschland gibt es ein Gewaltmonopol des Staates.“ Die USA sieht er beim Thema Waffen als schlechtes Vorbild: „Bevor Herr Fiechtner solche abstrusen Forderungen in die Welt setzt, sollte er sich besser einmal mit der Waffengewalt in den USA und ihren Folgen beschäftigen.“ Auch Alex Maier ist Mitglied des Ausschusses. Der Göppinger Grünen-Abgeordnete gibt Binder recht: „Gerade das Beispiel USA sollte abschrecken. Dort wurden im Jahr 2017 fast 40 000 Menschen durch Schusswaffen getötet.“ Über Fiechtners Vorstoß sagt er: „Es ist beschämend, dass wir in der heutigen Zeit über so einen Schwachsinn sprechen müssen.“