Das Wahlergebnis in Berlin erzeuge eine besorgniserregende Zersplitterung der Parteienlandschaft, die Regierungsbildungen stark erschwert, stellt der Böhmenkircher CDU-Bundestagsabgeordnete Hermann Färber fest. Ihn beschleichen bereits böse Vorahnungen für die Bundestagswahl 2017: „Sollte es zu einer rot-rot-grünen Koalition kommen, dann wird auch im Bund die Orientierung der SPD nach links wahrscheinlicher.“ Während Kanzlerin Angela Merkel Fehler bei der Vermittlung ihrer Politik eingeräumt hat, hält es Färber nun für entscheidend, „dass die Union wieder einig auftritt und die gemeinsamen Erfolge herausstellt“. Dazu zählt Färber auch die vielfach kritisierte Flüchtlingspolitik – schließlich sei die Zahl der ankommenden Flüchtlinge stark gesunken. Färber hat den Streit zwischen CDU und CSU im Blick: Eine „klare Botschaft“ dürfe nicht  mehr „durch Streitigkeiten und innerparteiliche Profilierungsversuche verwässert werden“.

Die Göppinger SPD-Bundestagsabgeordnete Heike Baehrens freut sich derweil über den Wahlsieg der Berliner Genossen. „Gar nicht freue ich mich hingegen darüber, dass die SPD solche Stimmenverluste hat hinnehmen müssen.“ Baehrens  möchte aus diesem Ergebnis aber  keine Schlüsse für die Bundestagswahl im nächsten Jahr ziehen. „Dass wir in politisch unruhigen Zeiten leben, zeigt sich momentan auf allen Ebenen. Daher ist heute nicht absehbar, wie die politische Stimmungslage im kommenden Jahr sein wird.“ Eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei schließt sie aber aus, „da es auf Bundesebene auch um außenpolitische Themen und internationale Zusammenarbeit geht“. Gerade in Krisenzeiten sei eine stabile und zuverlässige Regierungsmehrheit wichtig.