Eislingen A-cappella-2.0 heimst verdienten Applaus ein

Gesang, Beatboxing und StimmbandBegleitung: zwei "Onair"-Mitglieder.
Gesang, Beatboxing und StimmbandBegleitung: zwei "Onair"-Mitglieder. © Foto:  
Eislingen / AXEL RAISCH 30.06.2015
Stehende Ovationen belohnten das Berliner Vokal-Ensemble "Onair" . Es hatte in der Eislinger Stadthalle ein eindrucksvolles Klangerlebnis geboten.

Das a-cappella-Sextett "Onair" ist gerade einmal stark zwei Jahre auf den Bühnen unterwegs, hat dabei aber schon die wichtigsten Preise des Genres abgeräumt und ein Repertoire, dessen Bandbreite die Unterschiedlichkeit der Kleidungsstile der vier Männer und zwei Frauen aus Berlin noch übertrifft. Vom Volkslied "Wenn ich ein Vöglein wär'" bis hin zum Metallica-Hit "Nothing else matters", selbst "Killing in the name" von Rage against the machine wurde den Zuschauer zugemutet.

"Onair" ist nicht nur jung und neu, sondern auch innovativ in Sachen a-Cappella-Musik. In ihrem Programm "Take off" sind nicht die üblichen fingerbeschnippsten Weisen zu hören, sondern neu interpretierte, vielfach aktuelle Songs von Alanis Morissette, Bruno Mars & Co. A-Cappella mit imposanter Orchesterbegleitung: Was wie Widerspruch klingt, machen die Beatboxqualitäten und Stimmband-Begleitungen der dann im Hintergrund stehenden Ensemblemitglieder möglich. Eine grandiose, viel umjubelte Vorstellung war die Beatboxeritis von Patrick Oliver. Stimmig begleitet von Andre Bachmann, Kristofer Benn, Stefan Flügel, Marta Helmin und Jennifer Kothe. Die rein durch die Kraft der Stimmen getragenen Arrangements erlaubten dabei noch mehr als mit Instrumenten möglich gewesen wäre. So endet "The Art of Love" von The Magnets mit einem pulsierenden Herzschlag.

Lediglich die Moderationen wären verzichtbar gewesen, wirkten aufgesetzt und amateurhaft, mögen vielleicht in Berliner Clubs bei Currywurst und Döner ankommen, nicht jedoch in der Eislinger Stadthalle, wo man schlagfertige Kabarettisten regelmäßig zu Gast hat. Aber das stand ja auch nicht im Vordergrund, und musikalisch sowie choreografisch überzeugten die sechs Berliner allemal.

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