Verkehr „Zu faul, um zwei Meter zu laufen“

Gosbach / Stefanie Schmidt 15.02.2018

An der Eimündung der Straße „Am Bahndamm“ in die Bergstraße geht es in Gosbach eng her. Vor allem, wenn sich morgens oder zur Mittagszeit hungrige Autofahrer bei der nahe gelegenen Bäckerei mit Proviant eindecken. Dann werde im Bereich der Einmündung so geparkt, dass es für den Verkehr – und damit im Notfall auch für Polizei und Rettungskräfte – sehr knapp  wird, berichtete Bürgermeister Herbert Juhn in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Fast jeden Tag würden sich Anwohner telefonisch im Rathaus  über die Situation beschweren.

Aus diesem Grund war der Eimündungsbereich kürzlich eine Station der kommunalen Verkehrsschau mit Vertretern des Straßenverkehrsamts und des Polizeipräsidiums Ulm. Ergebnis waren vier Maßnahmen, mit denen man den ruhenden Verkehr während der Stoßzeiten entlasten könnte, erläuterte der Schultes.   

  •  Auf einem Gemeindegrundstück an der Einmündung könnte man sechs zusätzliche öffentliche Parkplätze einrichten.
  • Zwischen dem Gebäude Am Bahndamm 4 und der Einmündung in die Bergstraße werde häufig geparkt.  Den Bereich könnte man so markieren, dass die Autos möglichst weit am rechten Fahrbahnrand parken müssen – dann wäre mehr Platz für den Verkehr.
  • Zusätzlich sei diese Stelle durch eine „Pflasternase“ verengt. Diese könnte man entfernen.
  •  Auch im hinteren Teil der Bergstraße geht es eng her. Deshalb können Anwohner dort nicht auf der Straße parken. Stattdessen weichen sie auf einen Grünstreifen aus, der deswegen vor allem im Winter recht mitgenommen aussieht. Vorschlag der Verkehrsschau: Den Grünstreifen mit Rasengittersteinen befestigen oder zumindest schottern.

Von drei der Vorschläge und auch vom Parkverhalten der Bäckerei-Kunden zeigte sich der Gemeinderat wenig begeistert. „Die Leute würden am liebsten in die Bäckerei reinfahren“, kritisierte Otto Lamparter. Seine Ratskollegin Ines Schweizer pflichtete ihm bei:  „Die Leute sind zu faul, um zwei Meter zu laufen.“ Deswegen sechs neue Parkplätze anzulegen, war dem Gremium allerdings zu teuer.

Rat stimmt für Markierungen

Stattdessen stimmten die Gemeinderäte lediglich dafür, den Bereich so zu markieren, dass Autofahrer möglichst eng am Straßenrand parken. Die „Pflasternase“, die die Straße zusätzlich verengt, soll bleiben. Aber sie soll neu markiert werden, dass den Autofahrern klar wird, dass sie über das Pflaster fahren dürfen und nicht in Richtung der Fahrbahnmitte ausweichen müssen.

 Den Vorschlag, den Grünstreifen in der hinteren Bergstraße zu befestigen, lehnten die Bad Ditzenbacher Gemeinderäte ab:  „Es ist nicht unsere Aufgabe, Privatleuten den Parkplatz zu schottern“, betonte Ratsmitglied Holger Deininger. Stefanie Schmidt

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