Gewinn „Wir wollen Integration leben“

In Berlin feierten die Jugendlichen mit Mitgliedern ihrer Botschafter, der Band Culcha Candela, ihre Auszeichnung. Die mediale Aufmerksamkeit hilft bei neuen Projekten, freut sich die Gruppe.
In Berlin feierten die Jugendlichen mit Mitgliedern ihrer Botschafter, der Band Culcha Candela, ihre Auszeichnung. Die mediale Aufmerksamkeit hilft bei neuen Projekten, freut sich die Gruppe. © Foto: Stiftung
Adelberg / Margit Haas 04.04.2018

Wir wollen das Thema Bildung ganz neu denken und es in die Gesellschaft hineintragen“, sagt Gina Witzig. Sie ist begeistert, dass das Ansinnen des Vereins „Peace for Syria“, in dem sie sich seit einiger Zeit engagiert, jetzt gewürdigt wurde. Seit zehn Jahren nämlich zeichnet die Bertelsmann-Stiftung in ihrem Jugendintegrationswettbewerb „Alle Kids sind VIPs“ Menschen aus, die sich für ein besseres Miteinander in Vielfalt durch faire Bildungschancen und soziales Engagement engagieren. Über 200 Initiativen aus dem gesamten Bundesgebiet hatten sich im vergangenen Jahr um einen der begehrten Preise beworben. Fünf der insgesamt sechs Preisträger waren von einer „Kids-Jury“ ausgewählt worden, die sich aus Jugendlichen der Gewinnerprojekte der vergangenen Wettbewerbsrunde zusammensetzte. Ein weiteres Gewinnerteam war im Online-Voting als Publikumsliebling ermittelt worden.

Culcha Candela kommt

Der Preis ist nicht etwa mit einem Preisgeld verbunden. Was den Wettbewerb besonders macht, sind die prominenten Botschafter, die mit ihrer Biographie für Integrationserfolge stehen und sich ehrenamtlich für den Wettbewerb engagieren. Die Jugendlichen gewinnen dann eine Begegnung mit einem Botschafter. Die Adelberger Jugendlichen etwa trafen mit der Hip-Hop-Band „Culcha Candela“ zusammen. Außerdem wird die Band der Gruppe in Adelberg einen Besuch abstatten.

An der Preisverleihung in Berlin mit Liz Mohn, der stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Bertelsmann-Stiftung, nahmen auch die Botschafter Gerald Asamoah, Bülent Ceylan, Maite Kelly und die Urban Dance Crew FanatiX teil.

„Wir haben mit der Band Actio Grenzgänger einen Friedenszug und eine öffentliche Kundgebung organisiert und gemeinsam mit dem in Deutschland lebenden syrischen Rapper McManar einen Song samt Video produziert“, erklärt Gina Witzig. „Es macht auf das Leid aufmerksam, das viele Menschen in die Flucht zwingt.“ Die Motivation der jungen Vereinsmitglieder ist schnell formuliert: „Wir wollen Integration leben, statt nur darüber zu reden.“ Derzeit sind es knapp 100 Jugendliche, die nicht nur aus dem Schurwald kommen, sondern vielmehr aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz, und die sich im Verein engagieren. „Wir finanzieren uns durch Stifter und Förderer. Der Preis ist uns eine große Hilfe, wenn wir neue Projekte realisieren wollen“, betont Gina Witzig, die derzeit in der Schweiz arbeitet und im Herbst in Deutschland ein Studium beginnen wird. Denn die Jugendlichen und jungen Erwachsenen werden sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen. Sie wollen sich weiter für ihre Vorstellungen engagieren. „Wir fühlen uns nicht wahrgenommen und wollen uns auch politisch einbringen“, betont die 21-Jährige. Mit verschiedenen Bundespolitikern und politischen Jugendorganisationen werden deshalb bereits Gespräche geführt, um einen überparteilichen und unabhängigen Bundesjugendrat beim Deutschen Bundestag zu etablieren. Eine Kunstperformance mit Jugendlichen aus Deutschland und der Schweiz wird für entsprechende Aufmerksamkeit sorgen.

Prominenten Besuch, mediale Aufmerksamkeit und viele Klicks im Internet – darüber freuen sich die Jugendlichen von „A Song for Syria“. Außerdem können sie an einem Coaching teilnehmen, das sie in ihrem Engagement stärkt.

Info Weitere Infos zum Projekt gibt es unter dem Youtube-Kanal „Demokratische Stimme der Jugend“ oder auf der Facebook-Seite „Demokratische Stimme der Jugend“.

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