Verkehr „Wir brauchen die Autobahn gestern!“

Hohenstadt / Margit Weber 27.07.2018

Anhand von großen im Sitzungssaal aufgehängten Plänen hat Bürgermeister Günter Riebort das neue Planfeststellungsverfahren für den Albaufstieg der A 8 erläutert. Wie berichtet, soll die Autobahn zwischen Mühlhausen und Merklingen von vier auf sechs Fahrstreifen mit Standstreifen ausgebaut werden. Die Planung beinhaltet unter anderem den Bau von Tunneln und Brücken sowie eine neue Anschlussstelle in  Mühlhausen mit der Verlegung der B 466. Zudem soll die bestehende Aufstiegstrasse als Umleitungsstrecke erhalten bleiben.   Für die Fahrzeuge aus Richtung Laichingen wird es dafür an der Unterführung kurz vor Hohenstadt eine Auffahrt geben. „Damit haben wir den Verkehr endlich aus dem Ort. Wir bekommen eine Umgehungsstraße geschenkt“, freute sich Riebort. Die in den alten Plänen vorgesehene Mautstation entfällt sehr zur Freude aller, da hier sehr viel Land benötigt worden wäre.

In der Diskussion war es dem Gremium wichtig, dass Hohenstadt einen Vollanschluss an die Autobahn bekommt. Bislang ist nur eine Auffahrt in Richtung Ulm geplant, aber keine Richtung Stuttgart. Der Vollanschluss sei wichtig. Das Verkehrsaufkommen werde nicht kleiner und die Anschlussstelle Merklingen sei bereits heute überlastet“, führte Riebort an. Fritz Müller erinnerte daran, dass die Initiative „Dracki“ Geld sammelt, um ein neues Gutachten für die Variante K anfertigen zu lassen. Der Bürgermeister lehnt diese als für Hohenstadt unvorteilhaft ab. Für Daniel Buck ist sie sogar ein Unding: „Drei Kilometer mehr Autobahn – allein die Baukosten und die Folgekosten für die nächsten 20 Jahre sind völlig wirtschaftlich untragbar. Der Ausbau wäre nur vierspurig und das Nadelöhr nicht behoben,“ kritisierte Buck. „Wir brauchen diese Autobahn gestern und dringend. Bei Staus steht der Verkehr bei uns im Ort. Man kommt teilweise nicht mehr über die Straße,“ forderte Müller keine weitere Verzögerungen beim Bau. Am Ende stimmten die Räte dem Planfeststellungsverfahren zu, fordern aber unter anderem folgende Planänderungen:

● Hohenstadt bekommt einen vollwertigen Anschluss an die neue A 8 in beide Fahrtrichtungen  (mit einer Gegenstimme von Rudolf Stehle).

● Der Albabstieg soll beim Rückbau zumindest als Rad- und Forstweg erhalten bleiben und damit eine Lücke im  Radwegenetz schließen.

● In der Bauphase dürfen keine Lkw-Massentransporte durch Hohenstadt fahren.

● Die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Hohenstadt und Machtolsheim soll erhalten bleiben.

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