Heiningen "Vorzügliches" Federvieh

Pute und Kaninchen haben sich am Wochenende bei der Kreisjungtierschau in Heiningen gut verstanden.
Pute und Kaninchen haben sich am Wochenende bei der Kreisjungtierschau in Heiningen gut verstanden. © Foto: Inge Czemmel
INGE CZEMMEL 07.09.2015
Mehr als 600 Jungtiere konnten am Wochenende in der Kleintierzüchterhalle in Heiningen bei einer Kreisjungtierschau begutachtet werden.

"Kann ich mir in deinem kuscheligen Fell mal kurz den kahlen Hals wärmen?" Die Pute und das Angorakaninchen hatten beim gemeinsamen Fototermin in der Kleintierzüchterhalle in Heiningen bei einer Kreisjungtierschau keinerlei Ressentiments und verstanden sich gleich bestens. "So lecker riechen also Kaninchen", schien sich die Pute zu denken und steckte immer wieder ihren Kopf in das weiche Fell. Während die 288 Kaninchen bei der Schau in Heiningen lautlos vor sich hin mümmelten, sorgten die 350 Federtiere für eine ordentliche Geräuschkulisse. Mit gurren, quaken, schnattern und gackern versuchten Tauben, Enten, Gänse und Hühner sich gegenseitig zu über übertönen. Gellende "Kikerikis" machten klar, wer die Herren im Hause sind.

Lautstärke war bei der Bewertung der Gefiederten am Vortag allerdings kein Kriterium. Glänzendes Gefieder, beeindruckende Schwanzfedern und ordentliche Kämme und Frisuren schon. Beim Geflügel waren die Schönsten der Schönen eine von Christoph Weber gezüchtete schwarze Smaragdente, Andreas Oberles Zwerg-Brahmahahn blau-rebhunfarbig gebändert und eine schwarz-gescheckte Deutsche Modeneser Schietti-Taube von Kai Kilger. "Hervorragende" und "sehr gute" Tiere, die den Zuchtvorgaben entsprachen, gab es zuhauf. Doch diese drei Tiere bewerteten die Preisrichter mit einem "v", also einem "vorzüglich". Besser geht nicht.

Den Kindern hatten es bei der Kreisjungtierschau in Heiningen vor allem die Kaninchen angetan. "Schau mal wie lieb das guckt und Männchen macht." Von solcherlei Nettigkeiten hatten sich die Preisrichter nicht beeindrucken lassen. Bei ihnen hieß es: "Ab auf die Waage." Ein der Rasse entsprechendes Gewicht, die richtige Ohrlänge, gute Zähne, ordentlich pedikürte Krallen und ein schönes Fell waren die Voraussetzungen für gute Noten. Flockige Ohrenränder, ein falscher Farbstich - schon ist's vorbei mit der Modelkarriere. Vorzüge und Makel - alles ist auf Kärtchen vermerkt, die am Käfig der Tiere hängen. So können auch nichtfachkundige Besucher bei der Kleintierschau sofort erkennen, bei welchen Tieren es sich um die Schönsten der Schönen handelt.