Donzdorf "Vinze" wirbt um Verständnis

Donzdorf / DANIEL GRUPP 19.07.2012
Die Vinzentiuspflege in Donzdorf reagiert mit einem Informationsbrief auf den Widerstand gegen das geplante neue Betreuungsangebot.

Er spricht von"Horrorszenarien" und der"Wiederholung von Angaben, die nicht richtig sind". Im Gespräch mit Hans-Dieter Beller wird deutlich, dass der Geschäftsführer der Franz-von-Assisi-Gesellschaft etwas traurig ist, wie die Gegner des geplanten Betreuungsangebots der Vinzentiuspflege in Donzdorf auf das Vorhaben reagieren."Wir sind seit 160 Jahren in Donzdorf, die Schule besteht seit 150 Jahren." Da hätte er sich einen respektvolleren Umgang erhofft.

Mit einem Informationsbrief, der von heute an in Donzdorf verteilt wird, möchte die Vinzentiuspflege über die beiden Wohngruppen, die San Francesco und San Masseo heißen sollen, informieren und für das Projekt werben. Beller und sein Co-Geschäftsführer Michael Leibinger erinnern daran, dass in der heutigen Jugendhilfe möglichst kleine Einrichtungen gebildet werden.Dem hätten sich die"Vinzentius-Einrichtungen" angepasst und in den vergangen Jahren verschiedene Wohngruppen für verschiedene"Erziehungsbedarfe" geschaffen. Für San Francesco und San Masseo sei ein Konzept entwickelt worden, dass belastete Mädchen, die eine besondere Hilfe benötigen, auch eine solche bekommen. Geplant seien zwei Wohngruppen für Mädchen ab zwölf Jahren, die"mit Hilfe einer positiven Pädagogik in einen geordneten Tagesablauf zurückfinden" sollen. Die Mädchen seien Opfer von extremer Vernachlässigung, körperlicher und psychischer Gewalt und Missbrauch. Sie hätten verlernt, sich selbst zu schützen, das Vertrauen in Erwachsene verloren.

"Diese Wohngruppen sind auch kein Haftersatz", betonen die Geschäftsführer."Um sie am Davonlaufen zu hindern, brauchen wir die Erlaubnis, die Tür verschlossen zu halten." Dies erfordere immer die Erlaubnis eines Richters und die Grundlage eines Gesetzes", erläutern die Vinze-Vertreter."Bei unseren Mädchen ist der Hintergrund die Selbst- und nicht die Fremdgefährdung."

In dem Brief wird auch an die Informationsveranstaltung in der Stadthalle am Mittwoch, 25. Juli, ab 19.30 Uhr erinnert. Ob durch die Informationen der Protest geringer wird, kann Beller nicht sagen.Ähnliche Probleme habe man auch erlebt, wenn Kindergärten, Altenhilfe- oder Behindertenhilfeeinrichtungen gebaut werden sollten.