Uhingen „Uhingen ist wunderbar“

Uhingen / SWP 07.09.2018
Trotz positiver Werte: Es gibt auch Verbesserungspotenzial in der Stadt. Das bewies das NWZ-Leserfest in Uhingen.

Die Bürger in Uhingen fühlen sich in ihrer Heimat durchaus wohl, sind allgemein zufrieden und geben ihrer Heimatstadt gute Noten. Das ergab eine nicht-repräsentative Umfrage der NWZ in den vergangenen Wochen. Hierbei wurden insgesamt 13 Fragen gestellt, die mit Schulnoten beurteilt werden konnten.

Besonders gut schnitten dabei die Einkaufsmöglichkeiten ab.  Hier gab es eine Durchschnittsnote von 2,1. Das zeigt, dass die Bürger sowohl mit der Ladendichte, als auch mit dem vielfältigen Angebot sehr zufrieden sind. Der engagierte Handels- und Gewerbeverein leistet also gute Arbeit.

Ebenfalls zufrieden sind die Uhinger mit den Arbeitsplätzen in der Stadt. Zahlreiche namhafte Firmen haben sich hier angesiedelt, fühlen sich wohl, expandieren weiter und profitieren vom guten Standort – zum einen durch die gute Anbindung an die B10 und zum anderen auch durch den starken Wirtschaftsstandort im Landkreis Göppingen. Die Arbeitsplätze haben die Uhinger vor der Haustüre. Und wer doch außerhalb der Stadt arbeitet, kann auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen.

Die allerdings kommen bei den Bürgern nicht gut weg. Hier gab es eine Durchschnittsnote von 3,5. Und das trotz Bürgerbus „Uli“, der seit Jahren die Einwohner mit Hilfe von ehrenamtlichen Fahrern zu zahlreichen Haltestellen bringt und somit auch ältere Bürger mobil hält. Doch das eigentliche Problem liegt wohl in der Anbindung der einzelnen Ortsteile und den Haltezeiten der Bahn begründet. Auch, dass sich der Busverkehr an die Schulzeiten anpasst, kann ein Argument für die schlechte Bewertung sein. Doch laut Stadtentwicklungskonzept „Uhingen 2030“ soll sich daran bald etwas ändern. Viele Bürger fordern einen S-Bahn-Anschluss, doch das sei nicht die Lösung, wie Bürgermeister Matthias Wittlinger im Gespräch mit dem stellvertretenden NWZ-Redaktionsleiter Joa Schmid erklärte: „Es wäre eher wichtig, dass wir eine Vollintegration in den VVS bekommen würden, sodass man mit einem Ticket von Sparwiesen bis nach Stuttgart kommt.“ Und auf nicht alle Probleme des Nahverkehrs habe die Stadt direkten Einfluss, berichtete Wittlinger. Er verspricht, diese Themen aber nochmal genau anzuschauen. Ebenso, der Wunsch von Jugendlichen nach einem „Chill-Platz“, also einem attraktiven Platz in der Stadt, an dem sich speziell die jüngere Generation aufhalten kann.

Mit einer Durchschnittsnote von 3,6 schnitt ein Thema noch etwas schlechter ab als der öffentliche Nahverkehr: Viele Bürger gaben bei der Umfrage an, unter der Verkehrsbelastung zu leiden – trotz Ortsumfahrung durch die B10. Der viele Verkehr in der Stadt kann jedoch auch damit zusammenhängen, dass Uhingen Standort vieler Firmen ist, die zum einen Pendler von auswärts anziehen und zum anderen auch Transportwege für Produktionsgüter brauchen. Raser sollen jedoch gebremst werden, indem eine weitere Tempo-30-Zone im Ortskern realisiert werden soll. Ein Thema, das die Bürger ebenfalls sehr beschäftigt, ist das Wohnungsangebot. Hier gab es die Durchschnittsnote 3,6. Es gebe kaum bezahlbaren Wohnraum und die Grundstückspreise seien sehr hoch, wie aus der Umfrage hervorgeht. „Es ist wahr, wir haben in Uhingen eine relativ hohe Miete. Aber das hängt damit zusammen, dass wir eine große Nachfrage haben und viele Menschen in Uhingen wohnen wollen. Das Angebot bestimmt den Preis“, erklärt der Bürgermeister. Doch es gibt bereits Lösungen, wie er weiter sagt: „In diesem Jahr noch sollen 100 Wohnungen auf den Markt kommen, die wir an verschiedenen Stellen ermöglicht haben.“ Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass es an der einen oder anderen Stelle durchaus Verbesserungspotenzial gibt. Und das, obwohl ein Leser im Fragebogen deutlich geschrieben hat: „Uhingen ist wunderbar“ – was in ähnlicher Form oft zu lesen war. Die gesamte Auswertung der Anregungen und Wünsche gibt die Redaktion an die Stadtverwaltung weiter.

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