Bigband „Swinging Christmas“ in Eislingen

Axel Raisch 15.12.2017

Tribute-Bands scheinen in Eislingen immer bestens anzukommen, ob beim Filstalrock im Sommer oder bei der „Swinging Christmas“ mit der Sinatra Tribute Band. Mit dem auch aus dem Fernsehen (Let’s Dance, RTL) bekannten kanadisch-schweizerischen Sänger Kent Stetler sorgte die Schweizer Musikertruppe für eine brechend volle Stadthalle.

Und das Publikum wird für sein Kommen reich belohnt. Gleich zu Beginn kommt das Paket mit Weihnachtsliedern auf die Bühne. Um später das Publikum auch mit anderen Liedern zum Swingen und Schnippen zu bringen. Kent Stetler ist zwischendurch, meist mit einem Augenzwinkern, regelmäßig im Dialog mit dem Publikum, das er auch zur Nennung von Wunschliedern Sinatras auffordert.

„My Way“? Kennt der Kent nicht. Behauptet er während der Show, um es bei der Zugabe gefühlvoll und von der Bühne gestiegen ganz nah an den Reihen zu singen. Dafür gibt’s mitten im Programm schon den Klassiker „New York, New York“. Er macht die Show auf seine Art, geht seinen Weg, ohne jedoch die Anklänge an den Namensgeber der Band zu vergessen.

Wie Sinatra hat auch der gebürtige Kanadier Entertainer-Qualitäten. Er lebt in der Schweiz und unterstreicht das mit seiner lustigen Akzentmischung, die er offensichtlich pflegt. Das Publikum freut es, weil sich das manchmal schwäbisch anhört, etwa wenn er  „‚s’näggschde Schdück“ ansagt. Heimeligkeit ist Trumpf vor Weihnachten, in der kalten Jahreszeit.

Die Lieder tragen das ihre dazu bei. Und bieten mit beswingten Interpretationen doch auch den Übergang ohne harten Bruch zu anderen jahreszeitlosen Titeln, zu den Programmteilen ohne Weihnachtslieder. Doch auch letzteren nimmt er immer wieder die Gemütlichkeit. Nicht nur musikalisch. „Nicht ganz legal“ sei das kommende Lied, warnt Stelter etwa vor seinem Lied über Santa Claus, der sich über den Kamin Zutritt ins Haus verschafft.

So präsentiert sich das Programm vorweihnachtlich-modern. Ist doch Weihnachten auch immer ein bisschen Amerika, so als ob der Onkel nicht Sam, sondern Claus hieße. Geprägt von Hollywood, Sinatra, Crosby und Co., die mit der New Yorker Weihnachtstanne, idyllisch verschneiten Vororten und ihren Weihnachtsweisen das Hochfest des Konsums begleiten. Doch halt! An Weihnachten gehe es darum, Zeit füreinander zu haben, das seien die wahren Geschenke, mahnt Stelter nachdenklich. Und zumindest an diesem Abend gelingt die Verbindung, auch dank der tollen Illusionen der Stadthallentechnik. Während das Publikum wie in einer großen Schneekugel sitzt, umwirbelt von den überseeischen Weihnachtsklassikern und illuminiert von Lichtpunkten, die im Kreis wirbeln, einem Schneesturm gleich.

Am Ende fallen sogar noch dicke weiße Flocken von der Decke der Bühne zu „Let it snow“.

Gern gespielte Sinatra-Titel

Eine Tribute-Band spielt Stücke bekannter Musiker in ihrer Originalversion. Oft werden dabei auch Choreographie, Kleidungsstil sowie die Art des Auftretens und ähnliche markante Kennzeichen der bekannten Vorbilder „zu deren Ehre“ (tribute) nachgeahmt.

Frank Sinatra veröffentlichte 1948 sein Album „Christmas Songs“ mit den bis heute gern gespielten Titeln „Santa Claus Is Coming To Town“, „Have Yourself A Merry Little Christmas“ oder „White Christmas“, die auch in Eislingen zu hören waren.