Fest „Rock for free“ bei Adelberger Rocknacht

„Brozzo“ begeisterte mit Schwaben-Rock.
„Brozzo“ begeisterte mit Schwaben-Rock. © Foto: Werner Schmidt
Adelberg / Werner Schmidt 24.07.2018
Der Regen dämpfte den Besucheransturm. Auf der Bühne wurde trotzdem gerockt.

Mit den ersten Akkorden von „Brozzo“ fielen auch die ersten Regentropfen. Und während die Schwabenrocker sich als „King uf em Feldweg“ vorstellten, flüchteten die wenigen vorwiegend jugendlichen Besucher am Bühnenrand unter den nächstbesten Regenschutz.

„Brozzo“ war neben „Schreyner“ eine der beiden Bands, die die dritte Adelberger Rocknacht bestritten. Veranstaltet wird dieses seit 2016 jährlich stattfindende Ereignis in unmittelbarer Nähe der Klostermauern von den Motorsportfreunden Adelberg. Das Besondere daran: „Rock for free“, es kostet keinen Eintritt. Dank der zahlreichen Sponsoren, ohne die das Festival in der Form nicht möglich wäre, sagte Vereinschef Jens Leonhardt. Etwa 30 Förderer sind es, die die Veranstaltung unterstützen; darunter mit Gold-Ochsen und Paulaner die beiden einzigen Auswärtigen. Alle anderen sind vorwiegend kleine und mittelständische Betriebe aus der Region. Es gab Rote vom örtlichen Metzger, Apfelsaft aus Bad Boll, die Brötchen vom Stäffeles-Bäck in Wäschenbeuren.

Die geschätzten 2500 Besucher, die im vergangenen Jahr der bis zwei Uhr früh angesetzten Rocknacht mit überdimensionalen Lagerfeuer besuchten, wurden dieses Jahr leider nicht erreicht. Die Motorsportfreunde werden dennoch ihr soziale Engagement einhalten: Jedes Jahr wird eine Institution unterstützt. Welche und mit welchem Betrag werde später noch festgelegt, sagte Markus Rapp. Vor allem aber wolle man den „Leuten ein schönes, unvergessliches Fest bieten, hinter dem auch die Leidenschaft zu spüren ist“. Die Leidenschaft der Macher und die der Musiker. Denn „die Besucher spüren, ob eine Band mit Leidenschaft spielt“, sagt Jens Leonhardt. Deshalb suche man auch zunächst persönlichen Kontakt zu den Musikern, wovon viele sich über die Website der Motorsportfreunde bewerben. Aber nur wenige haben dann auch das Glück, während der Rocknacht über die Bühne zu rocken.

Die vier Jungs von „Brozzo“ zum Beispiel wurden Markus Rapp von einem Nachbarn empfohlen. Und ja, es funkte. Und zwar so heftig, dass die Schwaben-Rocker dieses Jahr schon das zweite Mal dabei sind: „Und wenn es nach uns geht, kommen wir auch ein drittes Mal!“ versprach Tommy Benkert. Neben dem Gitarristen machen Bernd Klink (Gesang, Bass), Martin Mörmann (Gitarre) und Björn Rittberger (Schlagzeuger) die Band aus. „Saumäßig schwäbisch-rockige Texte“ schreiben sie zu ihrer selbst komponierten Musik. Da sie keinen Ehrgeiz haben, die englischsprachige Musikszene aufzumischen – ein früher Ausflug in diese Gefilde sei mit wenig Erfolg abgebrochen worden – blieben sie im schwäbisch-regionalen Bereich.

Bis zu 20 Auftritte absolvieren sie im Jahr. Für eine Band, deren Mitglieder alle noch einem Brotberuf nachgehen – Bernd Klink ist Industriemechaniker, Tommy Benkert arbeitet als Bauingenieur, Martin Mörmann ist gelernter Bankkaufmann und Björn Rittberger Verwaltungsbeamter – ist das eine zeitaufwändige Nebenbeschäftigung.

Aber vermutlich haben sie auch daher die Themen zu ihren Songtexten: „Die sind nämlich genial aus dem Leben gegriffen“, macht Tommy Benkert klar.

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