Deggingen / BERNWARD KEHLE  Uhr
Für Strecken entlang von Gewässern sind im Land Hochwasserrisikokarten erstellt worden. Was dies für Deggingen bedeutet, war jüngst Thema im Rat.

Der Degginger Gemeinderat hat sich in seiner jüngsten Sitzung mit dem Hochwassermanagement beschäftigt. Dieses geht zurück auf eine EU-Richtlinie, die seit 2007 in Kraft ist. Unter anderem erteilte deshalb das Land Baden-Württemberg der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz den Auftrag, zuerst die Hochwassergefahrenkarten, dann im Anschluss die Hochwasserrisiko- und Bewertungskarten entlang der zirka 12 500 Kilometer Gewässerstrecken zu erstellen. In der EU-Richtlinie wurden die vier Schutzgüter festgelegt: menschliche Gesundheit, wirtschaftliche Tätigkeit, Umwelt und Kulturerbe.

Eine interessante Exkursion ins Hochwassermanagement stellte die Auszubildende im Degginger Rathaus, Melanie Bischof, dem Gemeinderat vor und erhielt von Bürgermeister Karl Weber für diese Fleißarbeit ein dickes Lob. Die Grundidee des Hochwassermanagements diene dazu, Hochwasserschäden vorzubeugen, sie zu reduzieren oder gar zu vermeiden, erklärte Melanie Bischof. Die Bevölkerung müsse im Bedarfsfall informiert werden. Außerdem müssen Alarm und Einsatzpläne mit den Hilfeorganisationen wie zum Beispiel Feuerwehr und Polizei erstellt und die Trinkwasserversorgung aufrecht erhalten werden. Hochwasserschutzmaßnahmen könnten bis zu 70 Prozent gefördert werden, sagte die Auszubildende.

Die Gemeinde hat eine Zusammenfassung aller Maßnahmen erhalten, die erledigt werden müssen. Vieles davon sei in der mittelfristigen Planung bis zum Jahr 2017 bereits berücksichtigt.

Hochwassergefährdet sind die Bereiche im Industrie- und Gewerbegebiet entlang der Jahnstraße sowie zwischen der B 466 und der Fils, die einem "mittleren Risiko" unterliegen. Die Umwelt ist in den Siedlungsgebieten am meisten gefährdet durch die unsachgemäße Aufbewahrung von wassergefährdenden Stoffen wie Pflanzenschutzmittel, Heizöl, Chemikalien. "Laut Wasserhaushaltsgesetz ist es die Pflicht der Bürger, nachteilige Veränderungen der Gewässereigenschaften zu vermeiden", führte Melanie Bischof aus.